Der Denar (lat. denarius von gr. dinarion) ist ein antikes, mittelalterliches und frühneuzeitliches Münznominal.
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In der Antike war der Denarius die Hauptsilbermünze Roms von ca. 211 v. Chr. bis in das 3. Jahrhundert n. Chr.
Reihe 1 : ca. 157 v. Chr. Römische Republik, ca. 73 Vespasian, ca. 161 Marcus Aurelius, ca. 194 Septimius Severus;
Die erste Prägung eines Denars erfolgte bereits während der römischen Republik 211 v. Chr. wahrscheinlich während des zweiten Punischen Krieges. Bis weit in die Kaiserzeit hinein handelte es sich um reine Silberprägungen mit einem Gewicht von 4,55 g. Später sank das Gewicht auf 3,89 g, zu Zeiten Neros wurde das Gewicht noch einmal auf 3,4 g gesetzt, was drei Scripula oder einer damaligen Drachme gleichkam. Der Wert entsprach anfangs dem von 10 Asses (das As war eine Bronzemünze) und damit der Kaufkraft nach dem Tageslohn eines Arbeiters, später, etwa ab 150 v. Chr. dem Wert von 16 Asses. Hinsichtlich des Silbergehaltes wurde dem Denar schon früh Misstrauen entgegen gebracht, daher wurden gesägte Serrati genannte Prägungen herausgegeben, die überdies Schutz vor wertmindernden - und durchaus vorkommenden - Beschneidungen boten. Während der Kaiserzeit wurde der Silbergehalt durch immer stärkere Beimengung von Kupferanteilen vermindert, dadurch kam es Mitte des 3. Jh.s n. Chr. zur Währungskatastrophe der Silberprägung. Danach tauchte der Denar nur noch selten auf. In Folge der zunehmenden Inflation kam es erstmals unter Caracalla zur Prägung von Doppeldenaren (nach-antike Bezeichnung: Antoninian - die originale Bezeichnung ist unbekannt). Schließlich wurde, v. a. zur Zeit Aurelians, durch spezielle Säurebehandlung - Weißsieden - eine silberne Oberfläche (Silbersud) über dem Kupferkern der Münze hergestellt.
Denare sind regelmäßig mit dem Porträt des Münzherren und der (zumeist abgekürzten) Titulatur versehen, die eine ziemlich genaue Datierung der Münze und damit oft auch der archäologischen Fundumstände erlauben. Die Porträts sind während der späteren Kaiserzeit manchmal mit einem Lorbeerkranz versehen. Oft wurden auch Prägungen mit Porträts der Ehefrau, auch des Sohnes als künftigen Nachfolger (Caesar) des Kaisers ausgegeben.
Die Rückseiten der Münzen sind sehr unterschiedlich gestaltet und dienten häufig auch der Propaganda indem sie z. B. auf die Fürsorge des Kaisers hinwiesen - Clementia, Füllhorn, Providentia, Indulgentia, Securitas, etc. – oder bestimmten Legionen nach militärischen Siegen huldigten. In der Zeit der Soldatenkaiser wurden so auch die Legionen gewürdigt, die den Imperator ausgerufen hatten, der sich in der Folge in Kämpfen gegen Konkurrenten siegreich erwies, die gleichzeitig an anderen Orten von anderen Legionen zum Kaiser ausgerufen wurden.
Der Denar wurde durch die Münzreform Karls des Großen im 8. Jahrhundert wieder als Hauptmünze des Karolingerreiches eingeführt. Im Mittelalter war der Denar gleichbedeutend mit dem Pfennig. Dies erklärt auch die Abkürzung "d", die bis 1971 in Großbritannien für den "alten" Penny gebräuchlich war. Die Bezeichnungen für den französischen Denier, den portugiesischen Dinheiro und den Dinar leiten sich vom mittelalterlichen Denar ab.
Außerhalb des Heiligen Römischen Reiches blieb der Denar in einigen Ländern noch in der Frühen Neuzeit als Kleinsilbermünze im Umlauf. So wurde er noch unter Kaiser Leopold I. (1658-1705) für das Königreich Ungarn in der Münzstätte Kremnitz geprägt.
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