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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Delitzsch (Begriffsklärung) aufgeführt. |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Direktionsbezirk: | Leipzig | |
| Landkreis: | Nordsachsen | |
| Höhe: | 94 m ü. NN | |
| Fläche: | 83,57 km² | |
| Einwohner: | 27 181 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 325 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 04509 | |
| Vorwahl: | 034202 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TDO (alt: DZ) | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 30 070 | |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 3 04509 Delitzsch |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Manfred Wilde (parteilos) | |
| Lage der Stadt Delitzsch im Landkreis Nordsachsen | ||
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Delitzsch ist eine Große Kreisstadt im Landkreis Nordsachsen in der Landesdirektion Leipzig. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 27.000.
Inhaltsverzeichnis |
Der um die Mitte des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte Ort erhielt um 1200 das Marktrecht. Während des Dreißigjährigen Krieges war Delitzsch Ziel von schwedischen Attacken.
Bei der Leipziger Teilung gelangte das Amt Delitzsch und Stadt Delitzsch im Jahr 1485 an den albertinischen Zweig der Wettiner, deren Residenz in Dresden war. Bei der Neuordnung im Jahr 1546/47 des nun stark erweiterten albertinischen Territoriums von Herzog, bzw. nun Kurfürst Moritz, dem Leipziger Kreis des Kurfürstentums Sachsen zugeteilt. Bei Sachsen blieb die Stadt bis 1815.
Die Stadt wurde so, nach langer Zugehörigkeit zu Sachsen, von 1816 bis 1952 Kreisstadt des preußischen Landkreises Delitzsch. Nach der Gebietsreform in der DDR war sie Kreisstadt im Kreis Delitzsch bis zum Jahr 1994. Durch die Kreisreform am 1. August 1994 wurde Delitzsch Kreisstadt des neuen Landkreis Delitzsch. Diesen Status verlor die Stadt nach der Kreisreform Sachsen am 1. August 2008.
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts bildete sich eine Jüdische Gemeinde, die seit 1861 an der Hainstraße einen eigenen Jüdischen Friedhof unterhielt. 1928 erhielt dieser eine Feierhalle mit Kuppel, die samt einigen Grabsteinen beim Novemberpogrom 1938 zerstört und danach abgerissen wurde. Nach Jahren des Vergessens kümmerte sich die Gartensparte Rosental um den Friedhof.
Im Zweiten Weltkrieg brannte in Delitzsch nur ein einziges Gebäude, der Bahnhof.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):
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1 29. Oktober
2 31. August
Das Wappen der Stadt Delitzsch vereint in sich zwei verschiedene Wappen, das Haus- oder Stammeswappen der Wettiner und das der Markgrafschaft Meißen. Es zeigt zwei aufrecht stehende blaue Pfähle (Landsberger Pfähle), welche in einem goldenen Feld stehen und dieses in drei Teile spalten. In der Mitte des Hauptschildes des Stadtwappens sieht man in schräger Stellung als Mittelschild den Meißnischen schwarzen Löwen im goldenen Feld. Das Mittelschild ist nach vorn geneigt, und so erscheint der aufrecht stehende Löwe als gehend oder schreitend. Er hat zwei Schwanzbüschel, wobei deren Teilung in der Mitte der Rute beginnt, die auf die Markgrafschaft Meißen hinweisen soll. Als Beiwerk hat das Stadtwappen (1526 neu eingeführt) ein flatterndes Band, das die Inschrift trägt: "Secretum civium in delitzsch" (frei übersetzt: "Siegel der Bürgergemeinde Delitzsch"). Die Farben werden von den Wappenschreibern wie folgt erläutert: Die schwarze des Löwen ist eine preiswürdige und herrliche Farbe, unter den Tugenden deutet sie die Klugheit an, unter den Elementen wird sie mit der Erde verglichen. Die blaue Farbe deutet Schönheit und Demut an, ist ein Kennzeichen der Gerechtigkeit, des großen Ruhms und des guten Gerichts. Die goldene Farbe deutet auf Wohlstand, Guttätigkeit und göttliche Erkenntnis.
Museum Barockschloß Delitzsch
Das Museum Barockschloss Delitzsch befindet sich in einem 1691 errichteten Schloss. Sein heutiges Aussehen bekam das Gebäude in der Zeit des frühen Barock. Damals wurde es Reiseresidenz und Witwensitz der Herzöge von Sachsen-Merseburg, die es um neu- und umbauen ließen.
Die Keller und die Geschosse des Turmes stammen noch aus dem Mittelalter, aus der Zeit um 1390. Damals ließ Markgraf Wilhelm I. (der Einäugige) von Meissen hier eine gotische Wasserburg errichten, die er als Reiseresidenz nutzte. Um 1550 erfolgte der Umbau zum Renaissanceschloss. Zahlreiche Aufenthalte des Kurfürsten von Sachsen und seines Gefolges sind in den späteren Jahrzehnten nachgewiesen. Im Dreißigjährigen Krieg verfiel das Gebäude zusehends.
1657 fielen Schloss und Burg Delitzsch zum neu entstandenen Herzogtum Sachsen-Merseburg. Die Fürstenfamilie erkor die Stadt zur Reiseresidenz und zum Witwensitz und beschloss deshalb den Um- und Neubau des Schlosses. Ab 1689 wurden ein Haupt- und ein Nebenflügel sowie eine kleine Kapelle errichtet. Auf den Turm wurde die barocke Haube aufgesetzt, die heute das Stadtbild prägt. Auch der barocke Garten, in dem früher Pfirsich-, Apfel- und Birnenbäume blühten, stammt aus dieser Zeit. Er zählt heute zu den ältesten barocken Schlossgärten Deutschlands. Die Einrichtung der Privatgemächer der Herzogwitwen, die seit 1992 ihr historisches Aussehen zurückerlangten, entstanden nach französischen Vorbildern. In einer logischen Abfolge reihen sich die Wohnräume in Form des Appartements aneinander: Tafelgemach, Audienz-, Ankleide-, Schlafzimmer, Betstübchen und Bibliothek.
Nachdem das Haus nicht mehr von den Herzögen von Sachsen-Merseburg genutzt wurde, zog nicht nur hier, sondern auch in der Stadt Stille ein. Seit 1860 diente das Schloss das Königlich-Preußisches Frauenzuchthaus. Im Zuge dessen wurden im Umfeld große Veränderungen vorgenommen: Ein Zellengebäude, ein Pförtnerhäuschen (heute Restaurant) und eine vier Meter hohe Mauer wurden gebaut. Bis 1926 saßen in Delitzsch über 200 Frauen pro Jahr ein.
In der Folge beherbergte das Schloss (ab 1929 in städtischem Besitz) unter anderem ein Museum, die Berufsschule, zeitweise Räume der Luftwaffe und das Kreisgericht. Ab 1974 war das Gebäude baupolizeilich gesperrt. Erst nach der politischen Wende konnten umfassende Sanierungsmaßnahmen realisiert werden.
Seit 1993 schließlich ist das Museum im Schloss wieder zugänglich. Später kamen Tourist-Information, Standesamt, Kreismusikschule und Veranstaltungskeller hinzu.
Das Museum Barockschloss Delitzsch zeigt heute neben den rekonstruierten Privatgemächern der fürstlichen Witwen vor allem Dauerausstellungen zur Burg- und Schlossgeschichte sowie zur Stadtgeschichte. Ein Anziehungspunkt für viele Besucher ist auch die fürstliche Schlossküche, in der historisches Arbeiten wieder lebendig wird. Daneben sind im Museum ständig wechselnde Sonderausstellungen zur Kulturgeschichte sowie Schauen mit Werken bekannter Künstler zu sehen.
Schulze-Delitzsch-Haus
Der am 29. August 1808 in Delitzsch geborene Hermann Schulze hatte nach seiner Schulausbildung in Leipzig und Halle/Saale Jura studiert. Während seiner Tätigkeit als Patrimonialrichter für mehrere Rittergutsbezirke wurde er auf die Probleme der Handwerksbetriebe aufmerksam, die durch die Industrialisierung in einen beispiellosen Konkurrenzkampf gezwungen wurden. Als Mitglied der Preußischen Nationalversammlung arbeitete er in den Kommissionen für Handwerk sowie Handel und Gewerbe mit und setzte sich dort auch für die Einschränkung der Gewerbefreiheit ein.
Im Haus des Schuhmachers Brendecke in der Kreuzgasse 10 rief Hermann Schulze am 1. Dezember 1849 die Schuhmacherassoziation und damit die erste deutsche Genossenschaft ins Leben. Heute befindet sich in diesem Gebäude eine genossenschaftliche Gedenkstätte, in welcher der Besucher viel Wissenswertes über Hermann Schulze-Delitzsch und dessen Leben und Wirken erfährt. Darüber hinaus geben ausgestellte Maschinen und Werkzeuge einer Buchbinderei ein eindrucksvolles Bild des technischen Entwicklungsstandes am Ausgang des 19. Jahrhunderts.
Hermann Schulze-Delitzsch starb am 29. April 1883 in Potsdam.
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Sehenswert sind unter anderem der weitgehend erhaltene mittelalterliche Stadtkern, umgeben von einer Wehranlage, und das aus dem 17. Jahrhundert stammende Barockschloss, das auf den Grundfesten einer mittelalterlichen Burg entstand.
Sehenswert sind ferner der Breite Turm, der Hallesche Turm, das Schulze-Delitzsch-Haus, die Marienkirche, das Scharfrichterhaus, die Stadtkirche Peter und Paul, der Stadtpark, der Tiergarten, die Hospitalkirche, St. Marien und der Rosengarten. Ein weiteres seltenes Baudenkmal stellt die alte Lateinschule dar, die sich direkt neben der Stadtkirche St. Peter & Paul befindet. Diese erste Schule von Delitzsch entstand um 1426 als Knabenschule, und wurde im 16. Jahrhundert erweitert, als wegen der neuen allgemeinen Schulpflicht auch die Mädchen eine Schule besuchen mussten.
In Delitzsch gibt es vier wichtige Sportarten:
Peter-und-Paul-Fest
Das Delitzscher Stadtfest am Peter-und-Paul-Tag wird jedes Jahr mit dem historischen Apfelbiss eröffnet, bei dem Adam in einen Apfel beißt, den ihm Eva reicht. Dieses Schauspiel ist an der Kirchenuhr der Stadtkirche zu beobachten. Damit wird der Beginn des historischen Peter-Paul-Marktes eingeläutet. Von diesem Moment an schwelgen nicht nur die Organisatoren und Teilnehmer in alten Zeiten, sondern auch der Besucher wird mit hineingezogen in ein Spektakel aus vergangenen Tagen. Jedes Jahr findet ein Peter-Pauls-Umzug durch die ganze Stadt statt, bei der regionale Firmen werben und sich präsentieren können. Er lockt jeweils Tausende auf die Straßen.
Wirtschaftstage
Die Delitzscher Wirtschaftstage finden regelmäßig im Sport- und Kulturzentrum statt. Hier stellen sich lokale Wirtschaftsunternehmen vor. Die verschiedenen Stände reichen von der Leipziger Volkszeitung über ansässige Fleischereien und Landwirtschaftsbetriebe bis hin zum Hotelgewerbe. Die ein Wochenende dauernde Messe ist in Thementage unterteilt.
Kamingespräche im Barockschloss
Die Gespräche am Kamin im Barockschloss Delitzsch sind Höhepunkte im regionalen Kulturleben. Initiiert wurden sie vom Museum Barockschloss Delitzsch, das bereits mit der ersten Veranstaltung "Delitzsch - Eine Buchstadt?" einen Erfolg verbuchen konnte. Mittlerweile wird die Veranstaltungsreihe von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung unterstützt, die u.a. Wolfgang Leonhardt und Friedrich Schorlemmer als Gäste gewinnen konnte.
Zu den wichtigsten Industriezweigen in Delitzsch gehörten die Zucker- und Süßwarenindustrie und der südwestlich der Stadt betriebene Abbau von Braunkohle. Gegenwärtig sind das SFW Schienenfahrzeugwerk Delitzsch GmbH (ehemals Reichsbahnausbesserungswerk Delitzsch) und das Smurfit-Kappa Wellpappenwerk bedeutende industrielle Arbeitgeber.
Auf Grund der von der EU beschlossenen Produktionsquoten für Zucker wurde die Zuckerfabrik (Südzucker) 2001 stillgelegt. Es gibt seit kurzem ein Biomassekraftwerk, gegen das sich eine Bürgerinitiative „Müllverbrennungsanlage-Delitzsch? Nein!“ wehrt. Der Braunkohletagebau wurde Anfang der 1990er Jahre eingestellt, die verbliebenen Gruben wurden als Expo2000-Projekt renaturiert (Goitzsche). In einem Bogen vom Südwesten nach Norden entsteht daher um die Kreisstadt eine Seen- und Heidelandschaft.
Seit 2002 ist in Delitzsch das Versandhaus ebrosia ansässig. ebrosia hat sich auf den bundesweiten Versand von Wein, Schokolade und Delikatessen spezialisiert. ebrosia wurde im Jahr 2003 vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) mit dem Young Business Award als innovativstes junges Versandhaus Deutschlands ausgezeichnet.
In Delitzsch befindet sich einer von vier Verwaltungsstandorten des Landratsamtes Nordsachsen. Dazu kommen die Ämter der Stadt. Weiterhin ist in der Feldwebel-Boldt-Kaserne der Stab und die Lehrgruppe A der Unteroffizierschule des Heeres untergebracht.
Für die Jugendarbeit in Delitzsch wurde im Jahr 1999 das Jugendzentrum YOZ neu errichtet. Das YOZ ist eine Einrichtung der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit und wird vom FUJD e. V. betrieben.
Delitzsch hat ein reichliches Angebot an Schulen. Dieses beinhaltet das Wirtschaftsgymnasium Hermann-Schulze-Delitzsch, ein Gymnasium, zwei Mittelschulen, drei Grundschulen, zwei Förderschulen und eine Fachschule. Seit 2008 befindet sich in dem ehemaligem Gebäude des oberen Bahnhofs eine Akademie der darstellenden Künste
Grundschulen:
Mittelschulen:
Gymnasien:
Das Ehrenberg-Gymnasium wurde im Jahr 2003 mit dem Oskar-Reime-Gymnasium zusammengeführt, da nur eines der beiden Gymnasien weiter unterhalten werden konnte.
Fachschulen / Berufsschulen:
Das Berufsschulzentrum Delitzsch kann sich, da es von dem amerikanischen Unternehmen Apple Computers ausgestattet (Computer und Software) wurde, Apple Equipped School nennen. Diese Schule stellte ihre verschiedenen Projekte auf der Comtec von 1997 bis 2000 in Dresden, auf dem Bildungskongress 1999 in Dresden, auf der Youth Media 1999 in Düsseldorf sowie auf der Expo 2000 in Hannover und den Multimediatagen 2001 in Crailsheim vor.
Förderschulen:
Sonstige:
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