Der Präsenzhandel, Parketthandel oder Criée-Handel (franz.: criée bedeutet Zuruf) ist eine Form der Kursbildung an Börsen. Gelegentlich werden auch die Bezeichnungen Ringhandel, Zurufhandel oder der englische Ausdruck open outcry trading verwendet.
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Zu den Börsenhandelszeiten versammeln sich dort die zugelassenen Unternehmen, deren Händler und die Skontroführer. Die Händler sind Mitarbeiter von Kreditinstituten und Finanzunternehmen. Sie kaufen und verkaufen im Auftrag ihrer Kunden oder für eigene Rechnung.
Der Parketthandel im ursprünglichen Sinne wird heute immer mehr von computergestützten Handelssystemen verdrängt. Dies geschieht über elektronische Orderleitsysteme (z. B. Xontro in Deutschland), die die Aufträge der Bank direkt an die Börse und somit ins Orderbuch der Skontroführer weiterleiten.
Teilweise wird auf dem Parkett nur noch von 09:00 bis 14:30 Uhr gehandelt (z.B. Light, Sweet Crude Oil Futures and Options). Der nachbörsliche Handel findet ausschließlich computerisiert statt.
An den großen Terminbörsen Nordamerikas, der NYMEX und der CBoT, sowie an der Londoner Metallbörse findet nach wie vor Präsenzhandel statt.
So genannte Computerbörsen oder elektronische Handelssysteme (Computerhandelssysteme, wie Xetra) sind weltweit allgemein zugänglich und verdrängen den klassischen Parketthandel. Über 95 Prozent des deutschen Aktienhandels − gemessen an den Geschäftsanteilen am Kurswert − wird über Xetra abgewickelt.
Die klassische Form der Order über einen Börsenmakler unterscheidet sich vom Xetra-Handel insbesondere dadurch, dass er für den Kauf einen passenden Verkauf sucht. Bei Computerhandelssystemen (z. B. XETRA) oder Computerbörsen (z. B. SWX Swiss Exchange) werden hingegen die Aufträge einfach nach Gegenpositionen abgesucht und anhand der Limites abgearbeitet. Beim Xetra-Handel kann es unter Umständen dazu kommen, dass ein Auftrag in mehrere Aufträge gesplittet wird, wobei jeweils Bankgebühren gezahlt werden. Der Makler hingegen verlangt zwar Courtage, führt jedoch den gesamten Auftrag zusammen aus. In der Praxis erzielt der Börsenmakler der Regionalbörse daher bei relativ illiquiden Werten bessere Kurse.
Im Präsenzhandel oder Open Outcry treffen sich die Händler bzw. Broker in einem Pit (meist sechseckige Plattform; dem Parkett ähnlich), um die gewünschten Futures oder Optionen zu handeln. Jeder einzelne Kontrakt wird in einem gesonderten Pit gehandelt.
Obwohl das Treiben in den Pits von Außenstehenden oftmals als "hektisch" oder "ungeordnet" charakterisiert wird, herrschen genaue Regeln über die Prozedur zum Kauf oder Verkauf[1].
Hierzu wurde ein ausgeklügeltes System entwickelt, welches es den Tradern ermöglicht, sich mit Handzeichen über das ganze Pit zu verständigen und so effektiver zu handeln. Möchte ein Pit-Trader kaufen, zeigen die Handrücken grundsätzlich nach außen, den anderen Tradern entgegen. Will ein Pit-Trader verkaufen, zeigen seine Handflächen nach außen, den anderen Tradern entgegen. Der Verkäufer ruft nun dem Käufer, oder der Käufer dem Verkäufer, den Preis laut zu. Ist der Verkäufer mit dem Preis einverstanden, ruft er in der Regel "sold". Nun schreiben sich beide Händler die Händlernummer des anderen auf; es handelt sich hierbei um eine doppelte Buchführung. Der Handel ist hiermit abgeschlossen.
In der Mitte der Pits, dort ist die Akustik am besten, sitzen Angestellte der Börse und notieren die Kurse, zu dem Geschäfte stattfinden. Dies geschieht anhand der ausgerufenen Preise in Verbindung mit "sold" oder "done". Auf diese Weise kann der Preis zu jeder Zeit auch außerhalb des Pits, z.B. via Internet, real-time nachvollzogen werden.
Die wichtigsten Parkettbörsen in Europa sind bzw. waren:
Insbesondere Regionalbörsen halten jedoch am Präsenzhandel fest, indem sie versuchen, Nischen zu besetzen. So konzentriert sich die Berliner Börse auf Auslandswerte, und die Stuttgarter Börse führt den Optionsscheinhandel an.
http://www.nymex.com/tradin_hours.aspx
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