| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Wartburgkreis | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Creuzburg | |
| Höhe: | 200 m ü. NN | |
| Fläche: | 35,33 km² | |
| Einwohner: | 2522 (31. Dez. 2007)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 71 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99831 | |
| Vorwahl: | 036926 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WAK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 63 013 | |
| Stadtgliederung: | 2 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Michael-Praetorius-Platz 2 99831 Creuzburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Arndt Breustedt | |
| Lage der Stadt Creuzburg im Wartburgkreis | ||
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Creuzburg ist eine Kleinstadt im Wartburgkreis in Thüringen, Deutschland und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Creuzburg.
In Creuzburg, das durch die Burg Creuzburg weithin bekannt ist und sich auf 35,33 km² Fläche erstreckt, leben ca. 2.520 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
Creuzburg liegt zwischen Ringgau im Westen, Hainich im Osten, Thüringer Wald im Süden und Eichsfeld im Norden. Es befindet sich rund zwei Kilometer östlich der ehemaligen Innerdeutschen Grenze bzw. der hessischen Grenze am Ufer der Werra.
Nachbarorte sind (etwa im Uhrzeigersinn beginnend im Norden): Treffurt, Mihla, Krauthausen, Eisenach, Herleshausen, Ifta und Ringgau.
Creuzburg hat zwei Stadtteile: Creuzburg und Scherbda.
Geologisch betrachtet liegt Creuzburg im Bereich eines Grabenbruchs, in der geologischen Formation Trias. Diese geologische Situation führt dazu, dass auf dem Gebiet der Stadt einige so genannte geologische Fenster zu sehen sind. Dazu gehören:
Creuzburg blickt auf eine über 1000-jährige Geschichte zurück und gehört zu den ältesten Städten Thüringens. Hügelgräber auf dem Gebiet der Stadt weisen auf eine frühzeitliche Besiedlung, mindestens seit der Bronzezeit hin. Die Anfänge der Besiedlung um den späteren Burgberg gehen auf eine günstige Straßenlage zurück. Die Königsfurt und die Werrabrücke ermöglichten den Werraübergang der Lange-Hessen - einer wichtigen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße mit West-Ost-Orientierung. Von dieser Reichsstraße zweigten bei Creuzburg regional bedeutende Verbindungen in den Raum Mühlhausen/Thüringen und Langensalza ab.
Nach lokalen Überlieferungen (Gründungsgeschichte) wirkte der Missionar Bonifatius auch in Creuzburg und begründete auf dem Burgberg ein Kloster. An diese ersten Bekehrungsversuche der heidnischen Vorfahren erinnert ein mehrfach erneuertes hölzernes Kreuz im Burghof.
Im 10. und 11. Jahrhundert war die Region im Besitz der Reichsabtei Fulda, die hier eine wirtschaftlich blühende Grundherrschaft unterhielt.
1137 kam die Propstei Creuzburg in den Besitz der thüringischen Ludowinger. Landgraf Ludwig I. erwarb sie im Austausch gegen einen Teil der Ländereien, die ihm durch Erbschaft in Hessen zugefallen waren. In Erkenntnis der wirtschaftlichen und strategischen Bedeutung des Platzes bauten seine Nachfolger die Stellung Creuzburgs aus. Landgraf Hermann I. begann auf dem Berg mit dem Bau einer Burg (Burg Creuzburg) und ließ die in der Region verstreuten Bauern in einer Siedlung am Fuß des Berges zusammenfassen. So wurde die Stadt Creuzburg planmäßig angelegt, 1213 mit Stadtrechten wie Wappenführung und Gerichtsbarkeit ausgestattet und von einer Mauer umgeben. Das benachbarte Dorf Scherbda, heute zu Creuzburg gehörig, wurde erstmals 1229 als Siedlung um ein Lehnsgut urkundlich erwähnt.
Den Höhepunkt Creuzburgs bildeten die Regierungsjahre Landgraf Ludwigs IV., des Heiligen, und seines Sohnes Hermanns II. Nach der Hochzeit Ludwigs mit der ungarischen Königstochter Elisabeth, die später als Heilige Elisabeth in die Geschichte einging, wurde die Creuzburg, nach der Wartburg, zur Zweitresidenz. Hier wurden Feste gefeiert und die Kinder des jungen Paares geboren. Ludwig ließ die Burg verschönern und sorgte durch den Bau der ersten steinernen Brücke über die Werra für die Sicherung des Handelsweges. Ehe er 1227 zur Kreuzfahrt aufbrach, verabschiedete er sich von seinen Getreuen in einer großen Versammlung der thüringischen Edelleute auf der Burg.
Ludwig kehrte nicht zurück. Sein Bruder Heinrich Raspe übernahm die Vormundschaft für den unmündigen Neffen Hermann II. Elisabeth verließ Thüringen und zog sich in die hessischen Besitzungen zurück, wo sie wenige Jahre später in Marburg starb. Mündig geworden, übernahm Hermann die Regierung als Landgraf von Thüringen und Hessen. Die Creuzburg blieb seine Residenz bis zu seinem plötzlichen Tod im Alter von nur 18 Jahren. Sein Onkel und Nachfolger Heinrich Raspe verlegte den Regierungssitz wieder allein auf die Wartburg.
Im Verlauf des Thüringer Erbfolgekrieges wurde Creuzburg von verschiedenen Kriegsparteien belagert.
König Adolf von Nassau zog 1295 mit einem Heer durch Thüringen um seine Ansprüche auf das Land durchzusetzen, er ließ nahe der Gottesackerkirche eine Befestigung - die Adolphsburg erbauen und schoss von dort aus Steine und Brandsätze in die Stadt. Die Bevölkerung zog sich daraufhin in die sichere Creuzburg zurück, die Stadt brannte nieder.
Die wirtschaftliche Grundlage der mittelalterlichen Stadt beruhte neben dem Handel auf Ackerbau und Viehzucht, wobei große Teile der Flur im Besitz des Klosters und der Rittergüter waren. An den steilen Südhängen wurden Weinberge angelegt. Schon im 12. Jahrhundert erbaute man den etwa vier Kilometer langen Mühlgraben und ermöglichte so den gleichzeitigen Betrieb von vier Mahl- und Sägemühlen in der westlichen Vorstadt. Bei Bauarbeiten wurde 1963 eine hochmittelalterliche Töpferei entdeckt und ausgegraben. Bedeutend war das Creuzburger Gerberhandwerk, auch Sattler und Schuster werden genannt. Für das Kloster und die Kanzlei arbeiteten Pergamentmacher.
Das Steinhauerhandwerk nutzte die hervorragende Qualität des heimischen Sandsteines. Die hohe künstlerische Qualität belegen zahlreiche Grabplatten in den Kirchen der Stadt und der Nachbarorte. Im 15. Jahrhundert wurden mit der Nutzung von Salzquellen und der Wallfahrtskapelle (geweiht St. Liborius) neue wirtschaftliche Impulse ausgelöst.
Unter den Wettinern blieb Creuzburg ein wichtiger Verwaltungsmittelpunkt, das Amt Creuzburg reichte im Osten bis Stregda und zum Kamm des Hainichs, im Süden bis in das Eltetal im Norden und Westen markierte der Heldrastein die Zuständigkeitsgrenze.
Creuzburg blieb in den folgenden Jahrhunderten von den Wirren der Kriege – besonders des Dreißigjährigen Krieges –, der Hexenverfolgung und Inquisition und von Brand- und Naturkatastrophen nicht verschont. In einem Brief schilderte Goethe, später Staatsminister des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, seine Eindrücke von der 1765 und noch einmal 1782 ausgebrannten Stadt und hinterließ eine Zeichnung der Nikolaikirche.
Trotz Kriegen und Bränden hatte sich bis zur Zerstörung am 1.April 1945 ein reicher Denkmalbestand in der Stadt erhalten.
Eine wirtschaftliche Besonderheit stellte die 1758 eingerichtete Seidenraupenzucht dar, sie wurde nach zahllosen Misserfolgen 1808 endgültig aufgegeben.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Eisenach mit seiner Kammgarnspinnerei zu einem regionalen Zentrum der thüringischen Textilindustrie. Hierzu wurde auch aus Creuzburg in großen Mengen heimische Schafwolle aufgekauft. Die regionale Landwirtschaft forcierte in der Folge die Schafhaltung (Bau mehrerer Schafställe in der Flur). Eine saisonale Beschäftigung in Creuzburg ermöglicht die Tabakverarbeitung und arbeitsintensive landwirtschaftliche Kulturen (Kartoffel- und Rübenanbau), erste Obstplantagen wurden angelegt. In Creuzburg befand sich auch eine Glockengießerei.
Während der Kriegsjahre waren rund 100 sowjetische, polnische und serbische Zwangsarbeiter bei den Deutschen Solvaywerken AG zur Zwangsarbeit eingesetzt und unter anderem im Gemeinschaftslager Buchenau untergebracht.[3]
Creuzburg wurde am Ostersonntag, dem 1. April 1945, von US-Truppen durch direkten Artillerie-Beschuss und einen daraus entstandenen Brand zu 85 Prozent zerstört. Die Kirche St. Nicolai brannte vollständig aus, die meisten Bürgerbauten – darunter viele profane Baudenkmäler – gingen verloren. Die Creuzburg selber erlitt nur geringe Beschädigungen. Die Bevölkerung war am Tag vor dem Beschuss oder kurz davor in die benachbarten Wälder oder den Felsenkeller unter dem Burgberg geflüchtet.
Der US-amerikanischen Besatzung ab Anfang April 1945 folgte ab Anfang Juli die Rote Armee und die Eingliederung der Stadt in die SBZ. Ab 1949 gehörte Creuzburg zur DDR, als Stadt im Kreis Eisenach bis 1952 zum Land Thüringen und ab 1952 zum Bezirk Erfurt. Creuzburg lag fast direkt an der Innerdeutschen Grenze zu Hessen und damit ab 1962 im unzugänglichen Sperrgebiet, bis 1973 im 5-km-Grenzstreifen mit all seinen Beschränkungen. 1968 begann der Wiederaufbau der Kirche. Im November 1989 erfolgte die Grenzöffnung, im Oktober 1990 die Eingliederung in das Land Thüringen in der Bundesrepublik Deutschland. Schon ab 1945 wurden beachtliche Aufbauleistungen mit hunderttausenden unentgeltlichen Aufbaustunden in der fast völlig zerstörten Stadt vollbracht, ab 1990 unter wesentlich besseren materiellen Bedingungen. Man kann von einem Wiederaufblühen der Stadt sprechen.
Im Werratal, etwa zwei Kilometer südwestlich der Stadt, wurden bereits im Spätmittelalter salzhaltige Quellen entdeckt, deren Nutzung erstmals 1426 urkundlich belegbar ist. Begüterte Creuzburger Bürger begannen mit Zustimmung des Landesherren und beraten von auswärtigen Spezialisten mit dem Aufbau einer Saline. Nach anfänglichen Schwierigkeiten produzierte das Werk nach einem im XII. Buch bei Georgius Agricola (De re metallica libri XII) beschrieben Verfahren unter Verwendung von Schöpfwerken und Siedepfannen. Diese erste Saline musste aber bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts wegen finanzieller Probleme aufgegeben werden.
Nach mehreren, auch durch Krieg, Pest und Naturkatastrophen vereitelten Versuchen erlangte die Creuzburger Saline unter dem Bergbau- und Salinenexperten Freiherr von Beust um 1730 eine bis dahin nie erreichte wirtschaftliche Blüte. Mit der Dorngradierung, einem von Beust erdachten Verfahren, war das Gradierwerk die zu dieser Zeit effizienteste Lösung der Soleanreicherung. Die Wirtschaftlichkeit der Saline und die Qualität des Salzes konnten enorm gesteigert werden.
Zur Ehre des Landesherren, des sächsischen Herzogs Johann Wilhelm wurde die Saline bei Creuzburg auf den Namen „Wilhelmsglücksbrunn“ umbenannt.
Durch Förderung und Ausbau des Gradierwerkes und Erschließung weiterer Solquellen war der Betrieb bis zum Ausscheiden Beusts 1736 jährlich weiter gesteigert worden. Den Nachfolgern fehlte das Glück und technische Wissen, hinzu kamen Schäden durch Hochwasser und technischen Verschleiß an den Anlagen. Um 1800 wurde ein letzter, aber vergeblicher Versuch unternommen, das Unternehmen noch einmal in Gang zu bringen.
Nach dem Verkauf an Privatleute wurde 1843 der Salinenbetrieb eingestellt und die technischen Anlagen abgebaut. Von der ursprünglichen Anlage blieben bis heute nur das Verwaltungsgebäude, einige Dämme und Wassergräben erhalten. Das Gelände wurde in einen landwirtschaftlichen Betrieb umgestaltet.
Im Jahre 1905 wurde in Eisenach die Kurbad Eisenach GmbH gegründet. Sie erwarb die Nutzungsrechte für die als Karolinenquelle gefasste Mineralwasserquelle bei Wilhelmsglücksbrunn. Am 8. Juli 1906 konnte der Kurbetrieb in der Eisenacher Südstadt eröffnet werden. [4]
Bereits 1540 wird erstmals die Existenz eines Försters, damals noch Forstknecht genannt, in Ifta erwähnt.
Das erste Flächenverzeichnis des damaligen Revieres Creuzburg mit den bekannten Forstorten Schlierberg, Klosterholz oder Mertell stammt aus dem Jahr 1557 und von 1569 existieren bereits exakte Flächengrößen der bewirtschafteten Wälder. Der Betrieb erfolgte traditionell nach dem Haubergprinzip mit Naturverjüngung.
Eine Zeichnung der Stadt Creuzburg von 1717 zeigt im Hintergrund nur wenige bewaldete Flächen. Mit dem steigenden Bedarf an Bauholz wurde ab etwa 1750 der Mittelwaldbetrieb favorisiert, welcher lediglich das Belassen einzelner, gut gewachsener Samenbäume, die später als Bauholz dienten, beinhaltete. Am Stadtrand wird bereits eine Sägemühle am Mühlbach betrieben.
In Creuzburg erfordern zwei verheerende Stadtbrände 1765 und 1782 massive Einschläge für den Bauholzbedarf. Der Anteil von Nadelholz betrug 1767 nur 8,5 % (gegenwärtig noch über 30 %) und war in Mischwäldern zu finden. Aufgrund bedeutend besserer Holzqualitäten und eines viel höheren Ertrages ging die Forstwirtschaft seit der Mitte des 19. Jahrhunderts in ca. 100-jährigen Umtriebszeiten zum Hochwaldbetrieb über.
Durch massiven Ankauf in der Zeit nach 1886 vergrößerte das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach den Staatswald um weitere ca. 760 ha Fläche (Forstorte: Eschenborn, Eierkuchenberg, Stöckig, Lindchen und Scherbdaer Struth). Die flächenmäßige Entwicklung des Reviers ist nun durch ständige Aufforstungen gekennzeichnet, bevorzugt wird Nadelholz, wodurch die Waldfläche 1926 auf 1627 ha ansteigt.
Von 1907 an ermöglicht die Eisenbahn den massenhaften Abtransport des Holzes, z. B. in Papierfabriken, hierzu wird das Holz am Güterbahnhof Creuzburg zwischengelagert.
Namensgeber der Stadt ist die Burganlage der Creuzburg, die zunächst einer der Residenzorte der Ludowinger und bevorzugter Aufenthaltsort der Heiligen Elisabeth von Thüringen, dann Sitz des wettinischen Amtes Creuzburg war.
Die Creuzburg war über Jahrhunderte als Amtssitz in Landesbesitz. Dem Dienstadel blieb das Wohnrecht auf der Burg verwehrt, er errichtete deshalb im Stadtgebiet repräsentative Hofanlagen, von denen aber nur wenige Zeugnisse bis in unsere Zeit erhalten blieben.
Creuzburgs Rathäuser - Mit Zustimmung des Stadtherren entstand schon um 1220 nördlich der Nikolaikirche das erste Creuzburger Rathaus, wahrscheinlich ein Mehrzweckgebäude im romanischen Baustil, es wird 1377 erstmals erwähnt. Der steigende Wohlstand der Stadt erlaubte 1589 ein neues, zweites, viel größeres Rathaus am Marktplatz südlich der Nikolaikirche im Renaissancebaustil zu erbauen. Das alte Rathaus wurde zur Lateinschule umgewidmet. Dem Großbrand 1765 fiel auch das zweite Rathaus zum Opfer. Wegen fehlender Mittel zog sich der Wiederaufbau von 1770 bis 1825 hin – das Gebäude dieses dritten entstand nun im klassizistischen Stil. In der Zwischenzeit nutzte man Ausweichquartiere in der Stadt. Auch das dritte Rathausgebäude existiert heute nicht mehr, es brannte bei den Kampfhandlungen am 1. April 1945 aus, das Gelände ist heute Teil einer Grünanlage. Aus dem stark beschädigten Gebäude der Lateinschule entstand als einer der ersten Neubauten der Stadt nach Kriegsende das heutige (vierte) Rathaus im historisierenden Fachwerkstil.
Von der ältesten Pfarrkirche, St. Andreas, verlieren sich urkundliche Spuren bereits 1312 (Cramer), ihre Lage ist unbekannt geblieben. Die Stadtkirche St. Nikolai, am Marktplatz erbaut ab 1215, ist eine kunstgeschichtlich bedeutende romanische Kirche in Thüringen. Sie brannte mehrfach, zuletzt nach Artillerie-Beschuss am 1.April 1945, vollkommen aus, wurde erst nach 1960 gesichert und schrittweise wieder aufgebaut. Die Ausstattung ist schlicht gehalten. Die sogenannte Gottesackerkirche, auch St. Marien, bestand schon vor der Stadtgründung im 13. Jahrhundert. Sie überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt, wurde aber in den 1970er Jahren zu Gunsten der Nikolaikirche aufgegeben. Sie wird seit Jahren als Ausstellungsort genutzt. Bemerkenswert ist auch die zur Gottesackerkirche führende Treppenanlage mit dem Renaissance-Portal.
Auf dem Gelände des Creuzburger Kulturhauses und der benachbarten Schule befand sich im Mittelalter das von Landgraf Ludwig IV. gestiftete Augustiner-Nonnenkloster St. Jakob. Es war eines der bedeutendsten Klöster der Thüringer Landgrafschaft, wurde aber mit der Reformation aufgehoben. Sichtbare bauliche Reste fehlen, da die letzten Gebäude um 1860 den Bürgern der Stadt zum Abriss freigegeben wurden.
Im Jahr 1499 veranlasste die Priorin des St.Jakob-Klosters den Bau der Liboriuskapelle, einer Wallfahrtskapelle. Sie wurde dem Heiligen Liborius als Schutzpatron geweiht, möglicherweise im Zusammenhang mit der zu dieser Zeit entstehenden Saline. Im Innern befinden sich noch erkennbare Fresken, dargestellt sind u. a. Szenen aus dem Leben der Elisabeth von Thüringen.
Neben der Burg gilt die 1223 als siebenbogige Steinbogenbrücke erbaute Werrabrücke als hervorragendes Zeugnis romanischer Profanbaukunst in Creuzburg. Sie ist zugleich die älteste erhaltene Steinbrücke nördlich des Mains. Am 1.April 1945 wurden der zweite und dritte Landseitenbogen der Brücke, einschließlich Pfeilern, durch Explosion zerstört. Die Wiederherstellung erfolgte bald nach Kriegsende.
Erhaltene Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung werden seit Jahren durch die Stadt gesichert und erhalten.
Seit dem 18. Jahrhundert wurde Creuzburg in das Netz privater Postunternehmen einbezogen. Die Alte Posthalterei, ein sehenswerter Fachwerkbau am Plan, erinnert daran.
Im Westen der Stadt wurde 1907 der Bahnhof eingeweiht, das Hauptgebäude blieb bis heute erhalten und wird gewerblich genutzt.
Bereits seit dem 16. Jahrhundert wurde Quellwasser in hölzernen Röhrenleitungen zum Brauhaus am Plan und zu dem dort befindlichen repräsentativen Marktbrunnen geleitet. Mit einem Brunnenfest erinnert die Bevölkerung alljährlich an dieses gemeinnützige Bauwerk.
Die alte Turnhalle (Klosterstraße 38) blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. 1924 ließ der Arbeiterturnverein als wetterfeste Heimstätte eine Turnhalle erbauen. Der Fachwerkbau war über viele Jahrzehnte die Creuzburger Schulsporthalle, während des Krieges wurde sie beschlagnahmt und für die Unterbringung von Kriegsgefangenen missbraucht. Sie war dann ein Notquartier für obdachlose Bürger, zeitweise auch Kinosaal. In der DDR-Zeit diente sie wieder dem Schul- und Freizeitsport und wird heute vom CCC, dem Carnevalclub Creuzburg e. V., genutzt.
Neben mehreren Hotels und Restaurants ist Creuzburg auch der Hauptsitz der Pollmeier Massivholz GmbH & Co. KG. Dieses Unternehmen betreibt weltweit die größten und leistungsstärksten Laubholzsägewerke und beschäftigt in Creuzburg 400 Mitarbeiter.
Kriegsbedingt wurden nach 1939 Teile der Berliner Spezialfabrik für Spulen, Transformatoren und Drahtwiderstände Gustav Neumann nach Creuzburg verlagert. Der daraus entstandene Betrieb Gustav Neumann KG war in der DDR-Zeit zeitweise der größte Arbeitgeber im Ort. Ab 1972 hieß die Firma VEB Transformatorenwerk Creuzburg. Die dort produzierten elektronischen Bauteile waren in fast jedem in der DDR produzierten Fernseh- und Rundfunkempfänger enthalten. Ein weiterer wichtiger Zweig war der Bau von Filtern und Übertragern für die Telefontechnik der Post. 1990 wurde das Unternehmen von der hessischen Pikatron GmbH übernommen und im Jahr 1992 durch einen Neubau im 1991 geschaffenen Gewerbegebiet an der B 7 am Stadtrand erweitert.
Ebenfalls im Gewerbebetrieb ist die Firma TECHNOPLAST GmbH ansässig. Sie ist mit ihrem umfangreichen Lieferprogramm mit Schwerpunkt Dichtungs- und Klebebänder ein kompetenter und leistungsfähiger Partner für Handwerks- und Industriebetriebe.
Bereits nach dem Ersten Weltkrieg begann auf Betreiben Creuzburger Bürger im Nachbarort Buchenau der Aufbau eines Werkes der Kaliindustrie, welches in der DDR-Wirtschaftsgeschichte ein besonderes Kapitel einnahm - das zeitweise im belgischen Besitz befindliche Solvay-Werk (Buchenau), später VEB Sodafabrik Buchenau. Auf dem Werksgelände, zudem auch die in das Stadtgebiet von Creuzburg hineinreichenden Steinbrüche bei Ebenau und einige Abbauhalden gehörten, wurde Soda nach einem von Solvay patentierten Verfahren produziert, wozu auch die in der Tiefe vorhandenen Kalisalzlagerstätten angebohrt und mit Werrawasser angelöst wurden. Gegenwärtig wird der Steinbruchbetrieb in kleinem Maßstab wiederbelebt.
Mit dem Abbau von Kalkstein und -schotter entstand nördlich von Scherbda einer der größten Steinbrüche im Wartburgkreis.
Das Thüringer Forstamt in Creuzburg ist zuständig für Nutzung, Pflege und Erhalt der ausgedehnten Waldbestände zwischen Eisenach und Mühlhausen.
Durch Creuzburg führt ein Abschnitt der B 7, der Kassel im Nordwesten unter anderem über Ringgau, Ifta, Creuzburg und Krauthausen mit Eisenach im Südosten verbindet. An dieser Straße befindet sich sieben Kilometer südlich der Stadt die Anschlussstelle 37 (Eisenach/West, Creuzburg) der A 4.
Am Roten Kopf am westlichen Stadtrand beginnt die B 250 und führt zur Nachbarstadt Treffurt.
Die im Jahr 1907 in Betrieb genommene Werratalbahn verband Creuzburg mit Eisenach, Mihla, Treffurt, Wanfried und Eschwege. Wegen der Sprengung der Werrabrücken am Ende des Zweiten Weltkriegs und der anschließenden Grenzziehung war der Verkehr nach Eschwege ab 1945 nicht mehr möglich. Der Personenverkehr zwischen Mihla und Wartha über Creuzburg wurde 1962 eingestellt.
Um den nach der Wende stark angewachsenen Durchgangsverkehr aus der Altstadt fernzuhalten, wurde auf der stillgelegten Bahntrasse im Westen und Süden der Stadt eine Umgehungsstraße gebaut.
Creuzburg liegt am Werra-Radweg, am Herkules-Eisenach-Radwanderweg von Kassel nach Eisenach und ist westlichster Punkt des Radfernwegs Thüringer Städtekette.
Hier werden bekannte Persönlichkeiten aufgeführt, die in Creuzburg einen Teil ihres Lebens verbracht haben, hier gewirkt haben oder in Creuzburg gestorben sind.
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