Der Country-of-Origin-Effekt beschreibt den Einfluss den das Image eines oder mehrerer Länder auf die Wahrnehmung eines Produktes, beziehungsweise einer Dienstleistung haben kann. Dieser Effekt kann von Unternehmen auch bewusst im Rahmen von Imagetransferstrategien für die Vermarktung ihrer Produkte genutzt werden.
Produkte und Marken prägen das Image eines Landes zu einem gewissen Grad, genauso wie Landschaften, Sehenswürdigkeiten oder Persönlichkeiten, mit. Die Einstellung der Verbraucher gegenüber einer Marke und ihre Bereitschaft sie zu kaufen, kann von den Assoziationen abhängen, die sie mit dem Herkunftsland verbinden.
Die Schweiz ist weltbekannt für hochwertige Qualitätsarbeit und Präzision in der Uhrenindustrie und nutzt dieses Image auch für andere Produkte und Marken. Angaben wie „Swiss Made“ oder Abbildungen der Schweizer Alpen sollen ein positives Image des Landes transportieren und die positiven Assoziationen übertragen. Die Franzosen nutzen ihr Landesimage vor allem für Marketingstrategien und Vermarktung von Wein und Parfum. Amerikanische Unternehmen verwenden häufig den amerikanischen Lebensstil oder das Freiheitsgefühl als Ansatz für Imagetransfers für viele Produkte. Auch deutsche und österreichische Marken nutzen diesen Heimatland-Effekt. So kommuniziert Audi auch im Ausland den Slogan „Vorsprung durch Technik“ in deutscher Sprache und signalisiert so die deutsche innovative Technik.
Dem gegenüber steht ein Trittbrettfahrerverhalten. In Österreich wurde ein Cola-Getränk namens BlackJack[1] auf den Markt gebracht, das durch die englische Namensgebung mit dem amerikanischen Lebensstil assoziiert werden soll. Dasselbe gilt für viele nicht-italienische Nudel- und Pastahersteller, die ihren Produkten italienische Namen geben, um ihnen italienisches Lebensgefühl einzuhauchen und die feine italienische Gourmetküche zu kommunizieren.
Für die Umsetzung des Country-of-Origin-Effekts gibt es neben der traditionellen Werbung zahlreiche Möglichkeiten das Image des Landes zu transportieren, wie Markenname, Logo, Verpackung und Sponsoring. Das Ziel, sich durch den Bezug zum Herkunftsland vorteilhaft vom Wettbewerb abzuheben und durch den Transfer von positiven Imagekomponenten eines Landes auf die eigene Marke zu profitieren, kann nicht alleine durch die Verwendung eines Herkunftszeichen erreicht werden. Der gesamte kommunikative Markenauftritt muss auf das Herkunftsland abgestimmt werden.
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