Burhanuddin Rabbani (* 1940 in Faizabad, Badakhshan; persisch برهانالدین رباني) ist ein afghanischer Politiker und früherer Präsident Afghanistans. Er gehört der tadschikischen Volksgruppe an und war während der Herrschaft der Taliban der politische Führer der Nordallianz.
Er studierte Islamisches Recht und Theologie an der Schariat-Fakultät der Universität Kabul. Nach seiner Graduierung im Jahr 1963 wurde er dort Lehrstuhlinhaber für Philosophie. 1966 ging er an die Al-Azhar-Universität in Kairo, Ägypten, und errang einen Mastertitel in Islamischer Philosophie.
1968 kehrte Rabbani nach Afghanistan zurück und erhielt dort vom Hohen Rat der Jamiat-e Islami den Auftrag, die Studenten zu organisieren. Im Jahr 1972 wurde er Vorsitzender dieser Gruppierung Dschamiat-e Eslami-ye Afghanistan. 1974 sollte Rabbani wegen seiner pro-islamischen Einstellungen verhaftet werden, konnte jedoch mit Hilfe seiner Studenten vor der Polizei entkommen und nach Pakistan fliehen. Nach 1978 gehörte seine Gruppe zu einer der erfolgreichsten Widerstandsgruppen gegen die kommunistische Regierung.
Nach dem Sturz von Mohammed Nadschibullah im April 1992 kehrte er nach Kabul zurück und übernahm am 28. Juni 1992 nach dem Rücktritt des Übergangspräsidenten Sibghatullah Mojaddedi den Vorsitz im Islamischen Rat von Afghanistan, der von den Mudschaheddin geführten Übergangsregierung. Am 30. Dezember 1992 wurde er von einer Wahlversammlung für zwei Jahre zum Präsidenten gewählt. Unter seiner Führung wurde die Islamische Republik ausgerufen.
Vor den heranrückenden Taliban floh Rabbani im September 1996 in den Norden des Landes und machte die Stadt Faizabad zum Zentrum seines Widerstandes gegen die Taliban. Im Juni 1997 war er Mitbegründer der Vereinigten Islamischen Front zur Rettung Afghanistans, in den westlichen Medien besser bekannt als Nordallianz, die von den Vereinten Nationen als rechtmäßige Regierung des Landes angesehen wurde. Rabbani blieb die ganze Zeit hindurch der international anerkannte Präsident Afghanistans, auch wenn die Taliban den größten Teil des Landes kontrollierten.
Nach dem Einmarsch US-amerikanischer Truppen und dem Sturz des Taliban-Regimes kehrte Rabbani am 17. November 2001 nach Kabul zurück, übergab das Präsidentenamt am 22. Dezember 2001 an Hamid Karzai. Seitdem steht Rabbani noch immer der Gruppierung Jamiat-e Islami vor, jedoch ohne größeren Einfluss zu besitzen.[1]
| Vorgänger |
Präsident Afghanistans Juni 1992 – Dezember 2001 |
Nachfolger |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rabbani, Burhanuddin |
| KURZBESCHREIBUNG | afghanischer Politiker, Führer der afghanischen Dschamiat-i Islami |
| GEBURTSDATUM | 1940 |
| GEBURTSORT | Faizabad, Badakhshan |
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