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Der Brief des Paulus an die Kolosser ist ein Buch des Neuen Testaments der christlichen Bibel. Er wird seit dem Mittelalter in vier Kapitel unterteilt.
Inhaltsverzeichnis |
In Kol 1,1 EU stellt sich Paulus als Verfasser vor. In den neueren Einleitungen ins Neue Testament wird meistens die Meinung vertreten, der Kolosserbrief stamme nicht von Paulus selbst, sondern von Timotheus oder einem anderen Paulusschüler, sei also pseudepigraph. Er wird dann zu den Deuteropaulinischen Briefen gezählt. Die Frage der Verfasserschaft ist umstritten, doch verweist Paulus ganz am Ende des Briefes auf seine eigenhändige Unterschrift: "Hier mein des Paulus eigenhändiger Gruß. Gedenkt meiner Fesseln. Die Gnade mit euch." (Kolosser 4,18 - der Schlußvers des gesamten Briefs). Paulus diktierte seine Briefe oft, schrieb sie nicht unbedingt selbst, unterschrieb sie dann aber manchmal.
Empfänger ist die Gemeinde in Kolossai, einer Kleinstadt 170 km östlich von Ephesus mit bedeutender jüdischer Minderheit, die Paulus aber persönlich nicht kennt (2,1 EU). Wie die Autorenschaft Pauli bezweifelt wird, so wirft auch die Adressatenschaft der Gemeinde von Kollossai Fragen auf: Kolossai wurde irgendwann zwischen 70 -100 n. Chr. von einem Erdbeben zerstört. Gerade diese "Ortlosigkeit" vermochte wohl den Wirkungsbereich des Kolosserbriefes auf das kleinasiatische Missionsgebiet des Paulus erweitern.
Wahrscheinlich wurden die frühchristlichen Gemeinden Kleinasiens durch esoterische Irrlehren bedroht, vor der nun Paulus die Christen in Kolossä warnt (2,4-9 EU). Diese Irrlehrer verkündeten wohl die Verehrung von Engelsmächten (2,18 EU) und minderten durch ihre Lehre die Bedeutung von Jesus als Heilsbringer (2,19 EU). Den asketischen Reinheitsforderungen der Häretiker hält der Autor die volle Anteilhabe an der "Fülle der Gottheit" in Jesus Christus durch die Taufe entgegen.
Der so genannte „Christushymnus“ in Kol 1,15-20 EU, der in zwei Strophen gegliedert ist. Die erste Strophe geht von VV. 15-16 und hat die Schöpfung zum Thema. Dann folgt ein Zwischenstück, nämlich die VV. 17-18a. Dieses Zwischenstück stellt die Hauptaussage dieses Hymnus heraus, nämlich dass Christus „vor allem“ ist, und „alles durch ihn besteht“. Darauf folgt die dritte Strophe, nämlich von 18b-20, die die Erlösung zum Thema hat.
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