Bisingen


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bisingen
Bisingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bisingen hervorgehoben
48.3119444444448.9177777777778561Koordinaten: 48° 19′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Zollernalbkreis
Höhe: 561 m ü. NN
Fläche: 32,84 km²
Einwohner: 9368 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72406
Vorwahl: 07476
Kfz-Kennzeichen: BL
Gemeindeschlüssel: 08 4 17 008
Adresse der Gemeindeverwaltung: Heidelbergstraße 9
72406 Bisingen
Webpräsenz:
Bürgermeister: Joachim Krüger
Bisingen von der Burg Hohenzollern aus gesehen, im Vordergrund Zimmern
Burg Hohenzollern

Bisingen ist eine Gemeinde im Zollernalbkreis in Baden-Württemberg, etwa sechs Kilometer südwestlich von Hechingen und acht Kilometer östlich von Balingen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Bisingen liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, am Fuße des Albtraufs zwischen dem Hohenzollern und dem Hundsrücken.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Bisingen besteht aus den früheren Gemeinden und heutigen Ortsteilen Bisingen, Thanheim, Wessingen und Zimmern. Zum Ortsteil Bisingen gehören die Dörfer Bisingen und Steinhofen. Zum Ortsteil Thanheim gehört das Dorf Thanheim. Zum Ortsteil Wessingen gehören das Dorf Wessingen und das Haus Bahnhof Zollern. Zum Ortsteil Zimmern gehören das Dorf Zimmern und die Burg Hohenzollern. In den Ortsteilen Thanheim, Wessingen und Zimmern sind jeweils Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.

Im Gemeindegebiet liegen die abgegangenen, heute nicht mehr bestehenden Ortschaften Hofen (Ortsteil Bisingen) und Weiler im Ortsteil Zimmern. Weiler wurde 1328 als Wiler hinter Zollern erwähnt und ist im 15. Jahrhundert abgegangen. Der Ort war vermutlich Filial der Pfarrei Zell.[2]

Geschichte

Bisingen zählt zu den ältesten Siedlungen der Region. Das belegen zahlreiche Funde aus der jüngeren Steinzeit, der Bronzezeit, der früheren Eisenzeit und La-Tène-Zeit. Die Gründung von Bisingen und Wessingen wird den Alemannen um 300 n. Chr., die Gründung von Steinhofen, Thanheim und Zimmern den Franken um 500 n. Chr. zugeschrieben. Die erste urkundliche Erwähnung von Bisingen und Wessingen stammt aus dem Jahre 786: der fränkische Graf Gerold schenkt Güter aus Pisingun (Bisingen) und Uassingun (Wessingen) an das Kloster St. Gallen. In dem Rittergeschlecht der Walger, Lehensleute der Grafen von Hohenzollern, hatte Bisingen einen eigenen Ortsadel mit dem Burgsitz Ror auf einem Vorberg des Hundsrücken. Noch heute erinnert die Ruine Schlößle an das Geschlecht der Walger und seine Bedeutung für die Geschichte des Dorfes.[3]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. März 1972 die beiden Gemeinden Wessingen und Zimmern eingemeindet. Die Eingemeindung von Thanheim erfolgte am 1. Januar 1974.

Politik

Gemeindepartnerschaften

Bisingen hat eine Partnerschaft mit der österreichischen Marktgemeinde Lenzing im Salzkammergut.

Raumplanung

Bisingen gehört zusammen mit Hechingen, Burladingen, Haigerloch, Rangendingen, Grosselfingen und Jungingen als Teil der Raumordnungs- und Planungsregion Neckar-Alb zum Mittelbereich Hechingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Burg Hohenzollern
  • Hohenzollernhalle: Die Hohenzollernhalle befindet sich im Ortskern. In ihr befinden sich zwei Säle und die Gemeindebücherei. In den Sälen finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Im Foyer befinden sich Bilderausstellungen.
  • Kreisverkehr Ortsmitte: In der Mitte des Kreisverkehrs befindet sich ein Brunnen. Von ihm aus führen Bilder, die einen Flussverlauf oder ähnliches darstellen sollen zur Straße hin. Zwischen den Bildern stehen Steinsäulen und Teile mit Bepflanzungen.

Bei Bisingen befinden sich im Gebiet Schlössleswald Spuren der Burg Rohr und die Burgruine Ror.

Museen

Im Heimatmuseum Bisingen dokumentieren eine Ausstellung und ein Geschichtslehrpfad die Geschichte des Konzentrationslagers Bisingen, das mit über 4000 Häftlingen zu einem der größten Lager in der Region gehörte. Fast 1200 Männer, darunter zahlreiche Juden, starben hier an Hunger, Entkräftung, Zwangsarbeit und Misshandlungen. Es gibt auch ein Gedenk- und Mahnkreuz mit einer Plastik des Bildhauers Ugge Bärtle am ehemaligen Standort des Friedhofes westlich der Bundesstraße 27. Zudem erinnert im ehemaligen Schiefersteinbruch im „Kuhloch“ ein Gedenkstein an die umgekommenen Zwangsarbeiter.[4]

Sport

Bisingen hat mehrere Sportvereine. Der Fußballverein FV Bisingen spielt in der Bezirksliga Zollernalb. Außerdem gibt es noch einen Schützenverein, den Turn- und Sportverein, die DLRG Ortsgruppe, einen Hundesportverein, einen Tennisverein und einen Schachverein.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Bisingen liegt direkt an der Bundesstraße 27 zwischen Rottweil und Tübingen. Die Mittelzentren Balingen und Hechingen sind nur wenige Kilometer entfernt. Bisingen ist Haltepunkt an der Zollernalbbahn. Der Öffentliche Nahverkehr wird durch den Verkehrsverbund Neckar-Alb-Donau (NALDO) gewährleistet. Die Gemeinde befindet sich in der Wabe 332.

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerungsstand
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VII: Regierungsbezirk Tübingen. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004807-4. S. 206–208
  3. www.gemeinde-bisingen.de
  4. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd.I, Bonn 1995, S. 26, ISBN 3-89331-208-0

Weblinks

Commons Commons: Bisingen – Bilder, Videos und Audiodateien






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