Ein Befund im archäologischen Sinne sind die bei einer archäologischen Ausgrabung beobachtbaren und/oder messbaren Fundumstände, d. h. der Fundkontext. Diese Umstände umfassen speziell den Zusammenhang zwischen
Die Fundumstände werden photographisch, zeichnerisch und in Textform dokumentiert. Diese Dokumentation dient als Grundlage für die wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung der Ausgrabung im Sinne der Rekonstruierbarkeit, da der Befund durch eine Ausgrabung immer zerstört wird.
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Zur Erläuterung das Beispiel eines Erdgrab-Befundes: die Grubenwände, die Grubenverfüllung, das Skelett sowie alle Beigaben in der Lage, in der sie durch die Ausgrabung freigelegt wurden, d. h. in situ (lat. „am Platze“), sind der Befund. Alle mobilen Gegenstände, d. h. die Skelett-Teile und die Beigaben sind außerdem auch Funde. Die Befund-Beobachtung und Dokumentation ist sehr wichtig, da die Lage der Beigaben im Grab, oder die Lage des Skelettes Aussagen über die zeitliche und kulturelle Stellung des Befundes zulassen können. Die Beobachtungen lassen außerdem Aussagen über die Zeit nach der Verfüllung des Grabes zu, etwa, ob das Grab nochmals geöffnet und evtl. beraubt worden ist, oder ob Lebewesen, z. B. Hamster, die Schichtenfolge der Grubenverfüllung mit ihren Gängen durchkreuzt haben; solche externen Einflüsse werden als Befundstörung bezeichnet. Äußere Einflüsse, die den ursprünglichen Zustand des Befundes verändern, lassen sich zum Teil ebenfalls nachweisen, z. B. Zerscherbung von Keramikgefäßen durch den Bodendruck oder die Befahrung der Oberfläche, die Zersetzung des Weichgewebes am Leichnam oder das Einsickern von Sediment in Hohlräume wie z. B. einen Sarg. Diese feine Sedimentschicht kann den Hohlraum ausfüllen und seine Form nachzeichnen und ist oft – nach dem vollständigen Vergehen der Sargreste – der einzige Hinweis auf einen ehemals vorhandenen Sarg. Ebenso vergänglich sind fast alle anderen organischen Materialien auch.
So ist die „Geschichte“ des Grabes vom Zeitpunkt seines Aushubes bis zur Ausgrabung anhand seiner Eigenschaften (Schichtenfolge inklusive Störungen sowie die Lage der Funde) nachvollziehbar und der ursprüngliche Zustand des Befundes, sowie dessen Entstehung teilweise rekonstruierbar. Die Beobachtung dieser Eigenschaften ist jedoch nur durch Ausgrabung, also durch Eingriff in den Befund, möglich – der Archäologe zerstört also den Befund. Aus diesem Grund wird die Aufnahme der Befund-Eigenschaften mittels Phototechniken, technischer Zeichnungen und textlicher Beschreibungen sehr sorgfältig vorgenommen.
Nach dem auf Ausgrabungen herrschenden Common Sense werden sämtliche dokumentierbaren und nicht ohne weiteres beweglichen Objekte als Befunde bezeichnet, meistens handelt es sich dabei um Bodenverfärbungen oder Mauerreste. Dank moderner Technik ist die „Beweglichkeit“ der Objekte relativiert worden, denn mittels Blockbergung können durchaus auch ganze Gräber transportiert werden, ohne den Befund selbst zu zerstören. Im weiteren Sinne können auch ganze Gräberfelder oder Siedlungen als ein einziger Befund, der sich in mehrere untergeordnete Befunde (Gräber, Gruben usw.) gliedert, aufgefasst werden.
Über diese mehr oder weniger stillschweigend akzeptierte Verwendung des Begriffs hinaus haben sich jedoch mehrere Wissenschaftler mit unterschiedlichen Ansätzen um eine Definition bemüht:
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