Befreiung vom Nationalsozialismus ist ein Terminus, der zum Kern der nationalen Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland gehört.
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Seit der von Bundespräsident Richard Weizsäcker am 8. Mai 1985 anlässlich des 40. Jahrestages des Kriegsendes gehaltenen Rede Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krieges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wird darunter die Beseitigung der nationalsozialistischen Herrschaft und das Ende des Zweiten Weltkrieges in Deutschland verstanden. Damit wurden insbesondere in Westdeutschland nicht länger die in der Nachkriegszeit und vor allem im Kalten Krieg für dieses Ereignis verwendeten Begriffe „Kapitulation“ oder „Niederlage“ in den Mittelpunkt der Erinnerung gestellt, sondern die Beendigung der Diktatur. Von Weizsäcker wies in seiner Rede aber auch auf die Zwiespältigkeit des Jahrestages hin:
In der DDR wurde die „Befreiung des deutschen Volkes vom Hitlerfaschismus“ in Erinnerung an den 8. Mai 1945 als Tag der Befreiung gefeiert. 1950 bis 1966 war dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag.[2]
Im 8. Mai 1945 einen Tag der Befreiung zu sehen, gehört heute zum politischen Konsens: Niemand bestreitet heute mehr ernsthaft, dass der 8. Mai 1945 ein Tag der Befreiung gewesen ist - der Befreiung von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und dem Grauen des Krieges, betonte der Bundeskanzler des wiedervereinigten Deutschlands, Gerhard Schröder, am 8. Mai 2000.[3]
„Heute ist der 8. Mai als Gedenktag für das Selbstverständnis der Republik nicht mehr wegzudenken [...]. Zwar wurde auch noch in den 1990er-Jahren vor allem von rechtsextremen Kreisen immer wieder versucht, den 8. Mai erinnerungspolitisch zu besetzen und den Aspekt der Niederlage an Stelle der Befreiung zu setzen. Durchsetzen konnten sich diese Bestrebungen aber nicht.“
– Bundeszentrale für politische Bildung [2]
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