Der Beethovenfries ist ein von Gustav Klimt gemalter Bilderzyklus, der dem Komponisten Ludwig van Beethoven gewidmet ist und, der Form eines Frieses nachempfunden, an den Wänden eines Saals der Wiener Secession anlässlich der 14. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler der Secession 1902 aufgestellt wurde. Die Bilderfolge ist ein herausragendes Kunstwerk des Wiener Jugendstils.
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Der Zyklus war Teil eines als Gesamtkunstwerk inszenierten Ausstellungsprojekts von Josef Hoffmann, das sich um die von Max Klinger geschaffene große Beethovenskulptur gruppierte. Klimts 34 mal 2 Meter großes Werk teilt sich an drei Wänden in folgende Titel auf:
Klimt verbildlicht in seinem allegorischen Bildwerk Beethovens 9. Symphonie unter dem Eindruck der berühmten Interpretation dieses Musikstücks durch Richard Wagner. Formal stellt Klimt flächige stilisierte und linienbetonte monumentale Figuren in einen ornamental strukturierten Bildraum. In die Kompositionen sind große weiße Flächen unbearbeiteten Putzes einbezogen worden. Die Figuren symbolisieren Zustände der Sehnsucht, der Leidenschaften, des Glücks und der Gefahr.
Linke Wand:
Mittlere Wand:
Rechte Wand:
Die Ausstellung der Wiener Secession zielte auf eine Inszenierung in die Raumarchitektur des Ausstellungsgebäudes hinein. Es ging jedoch nicht nur darum, einen Gesamtzusammenhang der verschiedenen Kunstgattungen herzustellen, sondern die Idee der Vereinheitlichung der Künste zielte darüber hinaus auf eine ästhetische Sakralisierung, in die der Erlösungsgedanke eingewoben war, dass die Kunst dem Leben Befreiung und eine sinnliche Überhöhung des Daseins darbringen sollte. Die Museumsarchitektur wurde zum "Tempel der Kunst", der Künstler zum Erlöser stilisiert. Klimt erklärte einige Zeit später, anlässlich der Kunstschau des Jahres 1908, die Idee der gesellschaftsverändernden Wirkung von Kunst für nicht mehr einlösbar. Der Fortschritt der Kultur in der Durchdringung des Lebens mit Kunst zeigte sich im Licht der sozialen und wirtschaftlichen Krisen im Zuge des gesellschaftsumstürzenden Fortschritts der Technologie als gescheitert. Im Nachhinein mutete, wie Kritiker bemerkten, das Ausstellungskonzept Josef Hoffmanns von 1902 wie ein Monument des 'kollektiven Narzissmus' der Künstler im Zeitgeist der Beethoven-Euphorie an. Die Maler der Ausstellung verherrlichten den Bildhauer Klinger, der in seiner Skulptur den großen Musiker Beethoven verherrlichte, der wiederum im Schlusssatz seiner 9. Sinfonie dem Dichter Schiller und seinem die Menschheit umschlingenden Pathos huldigte.
Der Zyklus, ursprünglich nur als temporäres Kunstwerk gedacht, wurde in sieben Teile zerlegt und vom Kunstsammler Carl Reinighaus erworben. Später gelangte der Fries in den Besitz der jüdischen Industriellenfamilie Lederer, die von den Nazis enteignet wurde. Den Zweiten Weltkrieg überdauerte er im Schloss Thürnthal. 1973 verkaufte Erich Lederer den Fries an den österreichischen Staat, nachdem ein Ausfuhrverbot über ihn verhängt worden war. Das Fries befindet sich nunmehr wieder in der Wiener Secession. Klingers Skulptur, für die das Fries ursprünglich als Umrahmung gedacht war, befindet sich heute im Museum der Bildenden Künste in Leipzig.
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