Beda Venerabilis (dt. Beda der Ehrwürdige, engl. the Venerable Bede) (* 672 oder 673 bei Wearmouth in Northumbria; † 26. Mai 735 Kloster Jarrow) war ein angelsächsischer Benediktinermönch, Theologe und Geschichtsschreiber. Er wird als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist der 25. Mai.
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Beda wurde 672 oder 673 bei Wearmouth in Northumbria im heutigen Sunderland, County Durham geboren. Bereits mit sieben Jahren kam er in das Kloster St. Peter in Wearmouth, in die Obhut der Lehrer und Erzieher Benedict Biscop und Ceolfrid. Als Biscop 682 das Kloster St. Paul in Jarrow bei Newcastle upon Tyne gründete, übersiedelte der junge Beda zusammen mit Abt Ceolfried. Mit 19 Jahren wurde er Diakon und mit 30 Jahren Priester. Er wirkte als Lehrer und verbrachte dort sein restliches Leben.[1]
Beda Venerabilis gilt als einer der bedeutendsten Gelehrten des Frühmittelalters. Seine Schriften werden der northumbrischen Renaissance zugeordnet. In seinen historischen Darstellungen zeigt er sich von Dionysius Exiguus beeinflusst. Seine Historia ecclesiastica gentis Anglorum (Kirchengeschichte des englischen Volkes) von 731 zählt zu den wichtigsten historiographischen Werken des Abendlandes. Ein Vorzug ist die neutrale Quellenauswertung, außerdem führt Beda hier die Zeitrechnung nach Inkarnationsjahren ein (historische Ereignisse werden mit Jahren nach Christi Geburt verknüpft). Alfred der Große übersetzte diese Kirchengeschichte ins Angelsächsische.
Das Werk behandelt die Geschichte Englands von der Eroberung durch Caesar bis ins Jahr 731. Es befasst sich unter anderem mit der angelsächsischen Festlandsmission bei Friesen und (Alt-)Sachsen. Beda erwähnt auch den fränkischen Teilstamm der Boruktuarier zwischen Ruhr und Lippe, er erwähnt die Missionare Willibrord und Suitbert und gedenkt der Klostergründung Suitberts in Kaiserswerth.
Hauptinteresse jener Zeit war die Berechnung des beweglichen Osterfestes, um es für alle Länder verbindlich und gleichzeitig zu datieren. Dies war für Beda insofern von einiger Brisanz, als in seinem Lebensraum der alexandrinisch-römische Osterzyklus und die in Irland und England geübte Osterrechnungspraxis (Osterfeststreit, Ostersonntag, Osterdatum) aufeinandertrafen; zudem galt es, sich von dem im merowingischen Frankenreich gebräuchlichen Osterzyklus des Victorius von Aquitanien abzugrenzen. Eine faktische Einigung war zwar auf der Synode von Whitby 664 erreicht worden, doch fehlte nach wie vor die eindeutige und langfristige Umsetzung. Er verfasste zwei Schriften über die Zeit: De temporibus und De temporum ratione. Damit schuf er ein kohärentes System der Zeiterfassung und -berechnung. Außerdem wies er einen Kalenderfehler nach, der erst im 16. Jahrhundert durch die Gregorianische Kalenderreform behoben wurde. Beda berechnete übrigens auch, nicht bloß aus biblischen Vorgaben, den 18. März 3952 v. Chr. als Anbeginn der Welt. Die von ihm und Dionysius Exiguus geschaffene Zeitrechnung ist bis heute maßgeblich.
Weitere Werke umfassen die Naturwissenschaften: die Kosmographie De natura rerum, die Hagiographie: die Vita (et miracula) Cuthberti und das Martyrologium Bedae, die Geschichtsschreibung: eine Biographie über die Äbte von Wearmouth, die Patristik, sowie die Exegese (Kommentar zum Jakobusbrief). Auch Gedichte Bedas sind erhalten, altenglische Werke wie das „Totenlied“ soll der Gelehrte ebenfalls verfasst haben. Die Verehrung Bedas besonders im frühen Mittelalter war groß. Dies betraf vor allem seine Wirkung als „Erforscher der Heiligen Schrift“, als Komputist und als Lehrer.
Im Jahre 1899 sprach Papst Leo XIII. Beda heilig und ernannte ihn zum Doctor ecclesiae. Die sterblichen Überreste Beda Venerabilis' ruhen in der Galiläischen Kapelle der Durham Cathedral in Durham. Eine Gedenktafel für ihn fand Aufnahme in die Walhalla bei Regensburg.
Beda Venerabilis wird offiziell „ehrwürdig“ und nicht „heilig“ genannt. Zu diesem Beinamen existieren zwei, in der Legenda Aurea erwähnte Überlieferungen. Die erste lautet: Der erblindete alte Mönch zog eines Tages mit seinem Führer durch ein einsames steiniges Tal. Nun behauptete der Führer zum Spaß, dieses Tal wäre voller schweigender Menschen, die den Mönch hören wollten. Beda begann zu predigen und als er am Ende sprach: „In Ewigkeit“, antworteten die Steine: „Amen, ehrwürdiger Vater“.
Die zweite Überlieferung berichtet, dass ein Kleriker Bedas Grabinschrift verfassen wollte, aber nicht das richtige Versmaß fand. Als er eine ganze Nacht darüber fruchtlos nachgedacht hatte, fand er sie am Morgen fertig gemeißelt: Hac sunt in fossa, Beda venerabilis ossa.[2]
Der Heilige wird in einem Buch lesend dargestellt. Seine Attribute sind Federkiel und Lineal.[2]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beda Venerabilis |
| ALTERNATIVNAMEN | Venerable Bede; Beda der Ehrwürdige |
| KURZBESCHREIBUNG | englischer Benediktinermönch, Theologe und Geschichtsschreiber |
| GEBURTSDATUM | um 673 |
| GEBURTSORT | Wearmouth |
| STERBEDATUM | 26. Mai 735 |
| STERBEORT | Kloster Jarrow |
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