| Bear Stearns & Co Inc. | |
|---|---|
| Unternehmensform | Incorporated |
| ISIN | gelöscht (US0739021089) gelöscht |
| Gründung | 1923 |
| Auflösungsdatum | 2008 |
| Unternehmenssitz | New York City |
| Unternehmensleitung |
|
| Mitarbeiter |
13.566 (2006) [1] |
| Umsatz |
9,227 Mrd. US-$ (2006) [1] |
| Branche | Bank |
| Website | |
The Bear Stearns Companies, Inc. war die Muttergesellschaft der Bear Stearns & Co Inc. eine 1923 gegründete US-amerikanische Investmentbank mit Hauptsitz in New York. Das Geldinstitut wurde am 30. Mai 2008 nach seiner Insolvenz im Zuge der US-Bankenkrise 2008 vom Konkurrenten JPMorgan Chase & Co. übernommen.
Seit 1985 wurde Bear Stearns als Aktiengesellschaft an der New Yorker Börse gehandelt und war im Aktienindex S&P 500 gelistet. Die Bilanzsumme belief sich im Mai 2007 auf 423,3 Milliarden US-Dollar. Aufgrund einer durch die Subprime-Krise 2007 verursachten Liquiditätskrise bei Bear Stearns unterbreitete JPMorgan Chase & Co. mit Unterstützung der US-amerikanische Notenbank Federal Reserve am 16. März 2008 ein Übernahmeangebot, das am 24. März 2008 preislich verbessert wurde und am 30. Mai 2008 vollzogen wurde. [2]
Inhaltsverzeichnis |
Das Unternehmen war in die Bereiche Capital Markets, Wealth Management und Global Clearing Services untergliedert. Bear Stearns unterhielt in den USA Büros in New York, Atlanta, Boston, Chicago, Dallas, Denver, Los Angeles und San Francisco und San Juan. International war die Bank mit Niederlassungen in Dublin, Hongkong, London, Lugano, Mailand, Peking, Sao Paulo, Shanghai, Singapur und Tokio vertreten. Im Herbst 2007 wurde die Expansion mit der Eröffnung der Niederlassungen in Paris und Frankfurt fortgesetzt. Die Europa-Aktivitäten wurden im Wesentlichen über die Niederlassung in London gesteuert. Hier arbeiteten zirka 1.000 der insgesamt über 14.000 Mitarbeiter der Bank für Bear Stearns International Limited, eine 100-%-Tochter von The Bear Stearns Company. Das Londoner Büro befand sich in Canary Wharf im Gebäude One Canada Square. Dies ist das höchste Gebäude Großbritanniens. Im Jahr 2009 sollte das neue Gebäude von Bear Stearns in London eröffnet werden, ebenfalls in Canary Wharf.
Seit Anfang 2007 war Bear Stearns in Deutschland mit einer Zweigniederlassung in Frankfurt am Main vertreten. Bear Stearns vertrieb auch Finanzprodukte für Privatkunden unter dem Markennamen 'best markets'. In Deutschland wurden über Banken und Sparkassen Zertifikate vertrieben.
Bear Stearns war bereits in den Anfangsphasen der Subprime-Krise 2007 in Schwierigkeiten geraten, nachdem drei vom Unternehmen aufgelegte Hedge-Fonds (High Grade Structured Credit Strategies Enhanced Fund, High Grade Structured Credit Strategies Fund und Asset-Backed Securities Fund) Insolvenz anmelden mussten. Die auf den Cayman-Inseln ansässigen Liquidatoren beantragten Gläubigerschutz beim New Yorker Gericht (U.S. Bankruptcy Court). Beim letztgenannten Fonds entstand ein Verlust von 4,5 Mio US-$, dies entspricht einem halben Prozent des Gesamtvolumens von 900 Mio US-$[3].
In der Folge wurden an den Finanzmärkten immer wieder Gerüchte über Liquiditätsprobleme bei Bear Stearns laut. Am 10. März 2008 bezeichnete Bear Stearns in einer Medienmitteilung solche Gerüchte als „absolut unwahr“ [4]. Vier Tage später, am 14. März 2008, räumte Bear Stearns eine „deutliche Verschlechterung der Liquiditätslage in den letzten 24 Stunden“ ein. Diese sei nach Meinung von Bear Stearns u.a. auch durch die anhaltenden Gerüchte verursacht worden, da der Kreditmarkt für Bear Stearns de facto nicht mehr zugänglich war. Gleichzeitig schnürten JPMorgan Chase & Co. und die US-amerikanische Notenbank Federal Reserve ein Rettungspaket in Form eines Überbrückungskredits. Die Aktien von Bear Stearns brachen daraufhin um über 47 % ein. [5] [6].
Am Sonntag, dem 16. März 2008, gab JPMorgan Chase & Co. ein Übernahmeangebot für Bear Stearns bekannt. Der Übernahmepreis lag dabei bei rund zwei Dollar je Aktie, nachdem diese am Freitag bei 30,85 USD geschlossen hatte und noch am Donnerstag 57,00 USD wert war. [7] Der Übernahmepreis entsprach damit einer Kapitalisierung von noch 236 Millionen US-$. Das geschnürte Rettungspaket sah weiterhin vor, dass die US-amerikanische Notenbank praktisch sämtliche Verlustrisiken von Bear Stearns bis zu einem Gesamtbetrag von 29 Mrd. US-$ übernimmt, während JPMorgan Chase & Co. die erste Milliarde eventuell anfallender Verluste übernimmt. [2]
Der Übernahmepreis wurde später auf rund 10 Dollar pro Aktie verbessert. Gleichzeitig erwarb JP Morgan Chase 39,5 % der Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung. Der Anteil wurde bis Ende April 2008 auf zirka 49 % ausgebaut. Für den 29. Mai 2008 wurde eine außerordentliche Hauptversammlung im New Yorker Hauptquartier einberufen. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Billigung der Übernahme von Bear Stearns durch JP Morgan Chase. Am darauffolgenden Tag 30. Mai 2008 wurde die Übernahme dann vollzogen; für eine Aktie der Bear Stearns erhielten die Aktionäre 0,21753 Anteile der übernehmenden JPMorgan Chase.
Als im September 1998 der Hedgefonds Long-Term Capital Management (LTCM) mit über 120 Milliarden Dollar Schulden zusammenbrach und das Weltfinanzsystem ins Wanken brachte, sprangen unter Leitung der Fed mehrere Großbanken, darunter J.P.Morgan Chase, Merrill Lynch und die Deutsche Bank mit über 3,6 Milliarden Dollar ein, um LTCM abwickeln zu können. Nur die Investmentbank Bear Stearns hatte sich damals einer Beteiligung verweigert. Vermutlich wurde diese damalige Absage ihr nun zum Verhängnis; Bear Stearns wurde nicht gestützt und gerettet, sondern von JPMorgan Chase geschluckt.
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