Bayernkolleg Augsburg


Das Bayernkolleg Augsburg als Einrichtung des Zweiten Bildungsweges ist eine Schule der besonderen Art im Bereich der bayerischen Gymnasien. Es führt von der Berufstätigkeit oder einer berufsbezogenen Ausbildung zur allgemeinen Hochschulreife.

Erwachsene mit einem mittleren Schulabschluss erreichen in drei Jahren das gymnasiale Abitur. Für Bewerber ohne mittleren Schulabschluss, oder deren mittlerer Schulabschluss mehr als drei Jahre zurück liegt, bietet das Kolleg einen einjährigen Vorkurs zur Vorbereitung an, in dem gezielt die gymnasialen Arbeitstechniken eingeübt werden.

Dem Bayernkolleg ist ein Schülerwohnheim mit derzeit 60 Einzelzimmern angeschlossen, eine Aufstockung um ein Stockwerk auf 90 Zimmer ist in Planung, ein Baubeginn ist derzeit noch nicht festgelegt.

Inhaltsverzeichnis

Aufnahmeprüfung

Voraussetzung für die Bewerbung ist, dass der Bewerber mindestens 19 Jahre (Vorkurs 18 Jahre) alt ist und eine abgeschlossene Berufsausbildung von mindestens zweijähriger Dauer besitzt oder eine mindestens dreijährige Berufstätigkeit nachweisen kann. Die Führung eines Familienhaushalts, der mindestens drei Personen oder mindestens eine erziehungsbedürftige oder pflegebedürftige Person umfasst, ist dabei einer Berufstätigkeit gleichgestellt.

Arbeitslosigkeit, Wehr- oder Zivildienst können insgesamt bis zu einem Jahr angerechnet werden.

Für die Eingangsphase findet eine Aufnahmeprüfung in Deutsch, Mathematik und Englisch statt.

Das Ziel dieser Prüfung besteht darin, zu überprüfen, ob der Bewerber am Unterricht der Eingangsphase (E-Phase) erfolgreich teilnehmen kann. Falls die schriftlichen Prüfungen kein klares Bild ergeben, werden im Einzelfall zusätzliche mündliche Prüfungen durchgeführt. Eventuell bestehende und behebbare Lücken werden so aufgezeigt und es werden Hilfen angeboten, damit diese Lücken bis zum Schulbeginn im September geschlossen werden können.

Vorkurs

Bewerber ohne Realschulabschluss oder Bewerber, deren Realschulsabschluss mindestens drei Jahre zurückliegt, können sich in einem Vorkurs, der aus zwei unabhängigen Halbjahren besteht, auf den Besuch des eigentlichen Kollegs vorbereiten.

Im ersten Halbjahr werden verstärkt Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichtet. Insgesamt besteht das Ziel des ersten Halbjahres darin, ausgehend vom Niveau der Hauptschule, neben einem sicheren Umgang mit der deutschen Sprache ein nachhaltiges Basiswissen in Mathematik und Englisch zu vermitteln und eine solide Arbeitshaltung zu erreichen.

Im zweiten Halbjahr wird der Stundenumfang in Deutsch, Mathematik und Englisch etwas reduziert. Dafür wird zusätzlichen Fachunterricht in Geschichte, Sozialkunde-Wirtschaft, Geographie, Chemie und Physik erteilt. Am Ende des zweiten Halbjahres wird das Abschlussniveau der Realschule erreicht.

Für Bewerber mit Realschulabschluss besteht die Möglichkeit, nach Ablegen eines kurzen Tests direkt in das zweite Halbjahr des Vorkurses einzusteigen.

Eingangsphase

Die Eingangsphase = Einführungsphase (E-Phase) dauert ein Jahr. Ihr kommt eine wichtige Brückenfunktion zu, da in dieser Zeit den unterschiedlichen Vorkenntnissen der Schüler Rechnung getragen werden soll. Zu diesem Zweck wird in allen Kernfächern zusätzlicher Ergänzungsunterricht angeboten.

Die Wahl der zweiten Fremdsprache (Latein, Französisch, Spanisch) ist besonders wichtig, da die Schüler im allgemeinen keine zweite Fremdsprache erlernt haben.

Weiterer Unterricht wird in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Physik erteilt. Vorrückungsfächer sind zusätzlich Geschichte, Sozialkunde-Wirtschaft und Recht, Biologie, Chemie, katholische Religionslehre oder evangelische Religionslehre oder Ethik (Stundentafel).

Kursphase

In der zweijährigen gymnasialen Kursphase ( K I und K II ) wird das Kursprogramm nach bestimmten Regeln selbst zusammengestellt.

Wie an regulären Gymnasien werden Leistungs- und Grundkurse gewählt. Eine Besonderheit ist, dass die Belegung des Grundkurses Sport nicht vorgeschrieben ist.

Am Ende der Kursphase steht die Abiturprüfung. Es werden die regulären, zentral gestellten Abiturprüfungen für Gymnasien in Bayern bearbeitet.

Sonderlehrgang

Der Sonderlehrgang ist nur für Aussiedler und russische Immigranten. Da das russische Abitur in Bayern nicht anerkannt wird, haben die Schüler hier die Möglichkeit, -nach einem Deutschkurs an anderen Einrichtungen- in einem 2-Jährigen Kurs das Abitur zu machen und sich so ein Studium zu ermöglichen. Besonderer Wert wird hierbei auf die Unterrichtsfächer Deutsch und Geschichte gelegt, alle anderen relevanten Fächer werden natürlich auch gelehrt. Die Finanzierung des Kurses wird im Regelfall von der Otto Benecke Stiftung teilübernommen, welche sich auf die Bildungshilfe für junge Immigranten spezialisiert hat. Im Schulleben bleiben die Teilnehmer des Lehrgangs stark unter sich, Probleme mit den anderen Schülern treten nicht auf. An Schul- und Wohnheimfeiern nehmen sie gerne teil.

Siehe auch

Gymnasium, Abitur, Zweiter Bildungsweg, Kolleg

Weblinks







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