Das wittelsbachische Teilherzogtum Bayern-Ingolstadt (auch Oberbayern-Ingolstadt) bestand von 1392 bis 1447. Es entstand bei der Aufteilung des Erbes Herzog Stephans II. und fiel nach dem Tod seines Enkels Ludwig VII. in der Burghausener Gefangenschaft an Heinrich XVI. von Bayern-Landshut.
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Das Teilherzogtum Bayern-Ingolstadt war kein geschlossenes Territorium, sondern bestand aus Besitzungen, die sich über ganz Bayern verteilten. Haupt- und Residenzstadt war Ingolstadt, in dessen unmittelbarer Umgebung sich auch ein großer Teil der Besitzungen befand. Hierzu gehörten unter anderem die Städte Schrobenhausen, Aichach, Friedberg, Rain am Lech und Höchstädt an der Donau. In Südbayern gehörten das Gebiet um die Städte Wasserburg am Inn, Ebersberg, Kufstein, Kitzbühel und Rattenberg zu Bayern-Ingolstadt. Daneben waren noch Schärding, Dingolfing, Mallersdorf und Pfaffenberg in Ostbayern und Hilpoltstein, Hersbruck, Lauf an der Pegnitz, Weiden in der Oberpfalz und Waldmünchen in Nordbayern Teil des Herzogtums.
Stephan III. regierte zunächst gemeinsam mit seinen Brüdern Johann II. und Friedrich das Gebiet seines Vaters Stephan II. Nach Streitigkeiten zwischen den drei Brüdern unter anderem über die Hofhaltung wurde es 1392 in die Teilherzogtümer Bayern-München, Bayern-Landshut und Bayern-Ingolstadt aufgeteilt.
Stephan III. übernahm das neugeschaffene Herzogtum Bayern-Ingolstadt. Nach dem Tod seines Bruders Friedrich im Jahr 1393 übernahm er zusammen mit seinem anderen Bruder Johann die Vormundschaft für Friedrichs unmündigen Sohn. Als 1397 auch Johann starb, versuchte Stephan seine Macht auch in dessen Teilherzogtum gegen die legitimen Nachfolger durchzusetzen. In München konnte Stephan sogar die Unterstützung von Teilen der Bürgerschaft gewinnen und setzte auf die Erhebung der Zünfte der Stadt gegen seine Neffen Ernst und Wilhelm. Letztlich war Stephan aber nicht zu einem Krieg bereit, sodass er schließlich wieder die Vereinbarungen des Jahres 1392 akzeptierte.
Im Streit um den Thron des Heiligen Römischen Reiches unterstützte Stephan III. Ruprecht von der Pfalz gegen König Wenzel. Die versuchte Rückeroberung Tirols, das zur Zeit Kaiser Ludwigs IV. wittelsbachisch gewesen war, scheiterte 1410. Bereits unter dem ersten Herzog von Bayern-Ingolstadt begann, wenngleich von seinem Sohn beeinflusst, die Planung des Ausbaus der Residenzstadt Ingolstadt etwa in Form des Neuen Schlosses.
Nachfolger Stephans III. wurde nach dessen Tod 1413 Ludwig VII., genannt „der Gebartete“. Ludwig VII. hatte als Bruder Isabeaus de Bavière viele Jahre in Frankreich verbracht. Das von ihm errichtete Neue Schloss in Ingolstadt ist stark von französischen Vorbildern beeinflusst.
Ludwigs Regierungszeit ist überschattet vom ständigen Konflikt mit seinem Vetter Heinrich XVI. von Bayern-Landshut, dem es 1443 schließlich gelang, Ludwig gefangenzunehmen. Er starb vier Jahre später als Gefangener in der Burg zu Burghausen. Mit seinem Tod endete das Herzogtum Bayern-Ingolstadt.
| Name | Regierungszeit | Abstammung |
| Stephan III. | 1375–1392 Herzog von Bayern mit Zuständigkeit für Oberbayern, 1392–1413 Herzog von Bayern-Ingolstadt | Sohn Stephans II. |
| Ludwig VII. | 1413–1447 Herzog von Bayern-Ingolstadt, 1443 gefangen genommen | Sohn Stephans III. |
| Ludwig VIII. | 1443–1445 Herzog von Bayern-Ingolstadt | Sohn Ludwigs VII. |
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