Das Bayerische Wörterbuch ist ein alphabetisches Wörterbuch der bairischen Dialekte in Bayern in heutiger und historischer Zeit. Es umfasst den Wortschatz aus bairischen Quellen in Bayern seit der mittelhochdeutschen Zeit und verfolgt die behandelten Wörter bis in die althochdeutsche Zeit zurück. Es wird von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erstellt. Als Vorläufer gilt das Bayrische Wörterbuch von Hans Ferdinand Maßmann und Johann Andreas Schmeller, das von 1827 bis 1837 erstellt worden ist und die erste wissenschaftliche Beschäftigung mit der bairischen Sprache darstellt.
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Die Wörterbuchkartei besteht aus etwa 4 Millionen Exzerpten aus der Literatur sowie aus freien Dialektsammlungen und den Rückläufen von 3 schriftlichen Befragungsaktionen. Im Bereich der älteren Sprache wurde eine repräsentative Auswahl angestrebt. Ein Quellen- und Sammlerverzeichnis erschien gleichzeitig mit der 1. Lieferung. Das Belegmaterial liegt ausschließlich auf standardisierten Zetteln vor. Darauf findet sich das Stichwort, oft in einem Satzkontext. In vielen Fällen verweist der Belegzettel nur pauschal auf die Antworten der Originalfragebogen.
Es liegt ein im Prinzip abgeschlossenes Belegkorpus zugrunde, das aber im Rahmen der Möglichkeiten noch ergänzt wird. Insbesondere erfolgt nach einer Sichtung des bisherigen Belegmaterials eine Ergänzungsumfrage "Wörterliste" an etwa 550 Sammler in Bayern.
Die Kommission für Mundartforschung der Bayerischen Akademie der Wissenschaften wurde 1911 mit der Zielsetzung gegründet, in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften in Wien ein gemeinsames gesamtbairisches Dialektwörterbuch zu erstellen. Die Münchner Arbeitsstelle wurde 1912 ins Leben gerufen. Nach dem Arbeitsplan oblag jeder Akademie das Sammeln und Ordnen des Wortschatzes auf dem eigenen Staatsgebiet. Nach Beendigung dieser Arbeiten war die Übergabe des in München gesammelten und bearbeiteten Materials nach Wien zur Erstellung der Wörterbuchartikel vorgesehen.
Von 1913 bis 1933 wurde ein 109 Nummern umfassender "systematischer Fragebogen" verschickt. Von 1927 bis 1940 ein 192 Nummern umfassender "mundartgeographischer Fragebogen".
Unter der Mitarbeit, dann Leitung Eberhard Kranzmayers stand in dieser Zeit das Projekt eines österreichisch-bairischen Dialektatlasses im Vordergrund, der wegen der Kriegseinwirkungen nicht publiziert werden konnte.
Nach 1946 wurde die Münchner Arbeitsstelle unter der Leitung von Otto Basler neu errichtet.
1961 wurden die Kommissionen in München und Wien endgültig getrennt. Bald darauf begann in Wien das Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich zu erscheinen.
Die Münchner Akademie hatte bereits 1959 mit Ingo Reiffenstein den ersten hauptamtlichen Chefredaktor des Bayerischen Wörterbuchs eingestellt. Ansätze zur Publikation, die nach Weggang I. Reiffensteins 1961 aufgegeben wurden, führten zur Einsicht, dass das Material durch eine dritte Befragungsaktion ergänzt werden müsse, die 1985 begonnen wurde. 1988 wurde Anthony Rowley Chefredakteur. 1995 begann die Publikation des Wörterbuchs. Der voraussichtliche Abschluss ist für ca. 2070 geplant und soll schlussendlich zehn Bände umfassen.
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