| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Birkenfeld | |
| Verbandsgemeinde: | Baumholder | |
| Höhe: | 420-540 m ü. NN | |
| Fläche: | 69,47 km² | |
| Einwohner: | 4189 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 60 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 55774 | |
| Vorwahl: | 06783 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BIR | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 34 005 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Am Weiherdamm 1 55774 Baumholder |
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| Webpräsenz: | ||
| Stadtbürgermeister: | Peter Lang (SPD) | |
Baumholder ist eine Kleinststadt im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz (Deutschland) im Westrich gelegen. Die Stadt Baumholder ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde Baumholder.
Inhaltsverzeichnis |
Bekannt ist die Stadt Baumholder als eine der größten US-Garnisonen, welche sich seit den 1950er Jahren auf dem Gelände des direkt an das Stadtgebiet angrenzenden Truppenübungsplatzes entwickelte.
Landschaftlich, wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich prägen die hier lebenden rund 13.000 US-Amerikaner seitdem wesentlich das Stadtbild. Siehe auch: Ausländische Militärbasen in Deutschland.
Die Bevölkerung Baumholders ist ausschließlich bürgerlich. Landwirtschaft spielt heute nur noch vereinzelt und in einigen umliegenden Ortsgemeinden und Höfen eine Rolle. Der Akademikeranteil ist durch die geringen Berufsmöglichkeiten in der Region, besonders in Baumholder und der Verbandsgemeinde Baumholder, eher gering. Die Akademiker sind durch die Struktur gezwungen, in die Regionen zu ziehen, in denen die beruflichen Möglichkeiten gegeben sind.
Der regionale Dialekt hat hohe Übereinstimmung mit dem vor allem im Osten des Saarlandes gesprochenem saarländischen Dialekt (Rheinfränkischer Dialekt).
Beim Kontakt mit Personen aus anderen Regionen Deutschlands wird oftmals der Verdacht geäußert, „man“ wäre aus dem Saarland. Interessanterweise ist der regionale Dialekt ein relativer „Inseldialekt“, da in allen benachbarten Ortsgemeinden und Städten (Kusel, Idar-Oberstein, Freisen), selbst in den am nächsten liegenden saarländischen Ortsgemeinden, eine deutlich andere Aussprache zu erkennen ist.
Baumholder liegt zwischen dem Hunsrück im Norden und dem Nordpfälzer Bergland im Süden unmittelbar auf einem Höhenzug, der die nördliche Grenze des Nordpfälzer Berglandes markiert. Dieses Gebiet wird auch Westrich genannt und ist somit bezeichnend. Die Landschaft um Baumholder ist durch zahlreiche Wiesen, Felder sowie Laub- und Mischwälder gekennzeichnet. Ein Großteil des angrenzenden Truppenübungsplatzes dient als Rückzugsgebiet für zahlreiche selten gewordene Tier- und Pflanzenarten, wie beispielsweise Eisvogel, Luchs, Dachs und Waschbär, welche teilweise sogar in der "Rote Liste gefährdeter Arten" stehen.
| Niederschlagsdiagramm |
Der Jahresniederschlag beträgt 884mm. Der trockenste Monat ist der April. Am meisten regnet es im Dezember. 76% der Messorte des Deutschen Wetterdienstes zeigen niedrigere Werte an; der Niederschlag liegt somit im oberen Drittel. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im mittleren Drittel. In 46% aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.
Urkundlich ist Baumholder erstmals 1156 erwähnt. Mit dem Fürstentum Lichtenberg gehörte Baumholder seit 1816 als Exklave zu Sachsen-Coburg-Saalfeld, nach dem Verkauf wurde das Fürstentum 1834 preußisch und bildete die geographische Mitte des Kreises St. Wendel; dessen Grenzen beschreiben bis heute weitgehend das Territorium des Evangelischen Kirchenkreises St. Wendel.
Mit der Bildung des Saargebietes wurde Baumholder 1919 von der Kreisstadt St. Wendel getrennt und war fortan Kreisstadt des Restkreises St. Wendel-Baumholder. Als das Saargebiet 1935 zum Deutschen Reich zurückkehren konnte, blieben beide Landkreise getrennt. Am 1. April 1937 wurde der Restkreis in den Landkreis Birkenfeld eingegliedert.
Im 20. Jahrhundert wurde Baumholder insbesondere durch die Ansiedlung der Wehrmacht beeinflusst. Die Stadt wurde zur Garnisonsstadt. Mehrere Tausend Bewohner wurden umgesiedelt. 1941–1945 existierte auf dem Truppenübungsplatz ein Gefangenenlager für sowjetische, polnische u.a. Gefangene.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren nach einem kurzen Aufenthalt der US-Armee einige Jahre lang französische Soldaten in Baumholder stationiert. Diese verließen die Region, als die Amerikaner zurückkehrten.
Der von der Wehrmacht angelegte Truppenübungsplatz wurde durch die US Armee ab 1951 zu einer der größten US-Garnisonen in Deutschland ausgebaut. Hierdurch erfuhr Baumholder in den 1950er-Jahren einen erheblichen Aufschwung, es entstanden Bars, Tanzdielen und Varietés. In der kleinen Gemeinde fuhren rund 50 Taxis. Das durch die Kaufkraft der Amerikaner in dieser Zeit finanzierte „sündige“ Nachtleben der Stadt führte damals zu bundesweiten Pressemeldungen. Im Umfeld der Stadt boten unzählige Prostituierte ihre Dienste u.a. sogar in Zelten an. Die Bundesregierung bezeichnete die Region damals als „moralisches Notstandsgebiet“.
Die Kasernen der Amerikaner heißen Smith Barracks und Wetzel Barracks; in ihnen leben rund 12.000 Menschen. Die Amerikaner betreiben zwölf eigene Kirchen sowie Kinos, eine PX und ein Krankenhaus. Viele Geschäfte der Gemeinde akzeptieren US-Dollar als Zahlungsmittel und sind in hohem Maß von den Amerikanern abhängig.
Bis heute sind die US-Streitkräfte und die Bundeswehr die größten Arbeitgeber für die deutsche Bevölkerung. Auf mehr als 35 Schießbahnen üben neben Amerikanern auch Soldaten der Bundeswehr. Der Truppenübungsplatz steht unter der Verwaltung der Bundeswehr. Seit 2002 verlagert die US-Army ihre Panzer zunehmend auf Truppenübungsplätze in der Oberpfalz, die ihrer eigenen Kontrolle unterstehen. Teile der im Ort stationierten US-Truppen werden seit Anfang des Irakkrieges regelmäßig in den nahöstlichen Staat verlegt und kehren nach ihren dortigen Einsätzen großteils auch wieder nach Baumholder zurück.
Wie die US-Army jetzt bekannt gab, sind die Pläne für eine Schließung des Standortes Baumholder wohl endgültig vom Tisch. Baumholder wird als dauerhafter Standort der US Armee bestehen bleiben. Es wird sogar über einen weiteren Ausbau der Base Baumholder nachgedacht.
Der seit den 1990er-Jahren eingeleitete Versuch eines Strukturwandels durch beispielsweise die Ansiedlung von Recycling-Industrie und zukunftsträchtiger Forschung am Umwelt-Campus Birkenfeld in Neubrücke konnte bis dato nicht erfolgreich im Hinblick auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt vollzogen werden.
Am 1. Januar 1994 wurde die Gemeinde Gutsbezirk Baumholder nach Baumholder eingemeindet. Bereits am 1. Januar 1978 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Zaubach in Gutsbezirk Baumholder.
Baumholder ist regelmäßig einer der sportlichen Austragungsorte der ADAC-Deutschland-Rallye, die einen Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft darstellt. Nachdem 2002 bis 2008 jedes Jahr ein WM-Lauf in Baumholder stattfand, wird dort tournusmäßig 2009 kein WM-Lauf stattfinden. Das damit verbundene Altstadtfest zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen der ansonsten ausschließlich ländlich geprägten Region.
Seit 2005 findet jährlich ein Triathlon in der Stadt Baumholder statt. Hierbei können sowohl Einzelstarter als auch Teams teilnehmen.
Einer der bekanntesten Vereine der Stadt ist der VFR Baumholder. Weitere weniger bekannte und wichtige Vereine in der Stadt Baumholder sind unter anderen die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Baumholderer Karnevalsgesellschaft (BKG), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Angelsportverein sowie der Hundesportverein.
Baumholder ist über die Bundesautobahn A62 (Abfahrt 5 – Freisen) erreichbar. Die Stadt Baumholder liegt ca. 50 km nord-östlich von Saarbrücken, ca. 35 km nord-westlich von Kaiserslautern und ca. 50 km süd-östlich von Trier.
Baumholder hat mit der Bahnstrecke Heimbach (Nahe)–Baumholder eine Eisenbahnanbindung. Die ca. 9 km lange Strecke wurde jedoch zum 31. Mai 1981 für den Personenverkehr geschlossen und wird nun ausschließlich für Güter- und Militärtransporte genutzt. Es besteht nun eine Busverbindung (heute Linie 322 im Verkehrsverbund Rhein-Nahe (RNN)), die jedoch nur werktags (Zwölf Verbindungen ohne Schulbusse) und nicht am Wochenende betrieben wird. Die Fahrzeit bis Neubrücke (Nahe) beträgt ca. 30 min.
Der nächste Bahnhof ist in der Ortsgemeinde Heimbach (Nahe) (ca. 8 km entfernt), an dem allerdings fast nur noch Regionalbahnen halten. Regelmäßigen Bahnanschluss gibt es ab der Ortsgemeinde Neubrücke (ca. 13 km entfernt) oder der Stadt Idar-Oberstein (ca. 15 km entfernt).
Eine Ausnahme war der Rheinland-Pfalz-Tag 2007. Aus dessen Anlass verkehrten vom 29. Juni 2007 bis einschl. 1. Juli 2007 erstmalig seit 1981 wieder Regionalbahnen auf der Strecke Baumholder-Heimbach.
Aufgrund den beim Rheinland-Pfalz Tag 2007 gemachten Erfahrungen wurde nun beschlossen, die Bahnstrecke ab dem Jahr 2014 wieder in Betrieb zu nehmen.
Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist in ungefähr einer Stunde mit dem PKW zu erreichen. Der nächste Flughafen ist der Saarbrücker Flughafen. Der Flugplatz Zweibrücken mit Flügen nach Berlin, auf die Kanaren und in Urlaubsgebiete im Mittelmeer ist ca. 80 km entfernt.
Die Stadtratswahlen am 13. Juni 2004 ergaben folgendes Ergebnis:
Stadtbürgermeister ist Peter Lang (SPD). 1. Beigeordneter ist Michael Röhrig (CDU) und 2. Beigeordneter ist Klaus Rech (SPD).
Baumholder unterhält seit den 1960er-Jahren eine Städtepartnerschaft mit der französischen Kleinstadt Warcq in den Ardennen.
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