Baukultur beschreibt die Summe menschlicher Leistungen natürliche oder gebaute Umwelt zu verändern. Anders als die Baukunst beinhaltet die Baukultur sämtliche Elemente der gebauten Umwelt (etwa Gebäude und Verkehrsbauwerke). Als erweiterter Kulturbegriff stützt sich die Identität der Baukultur auf die Geschichte und Tradition eines Landes oder einer Region.
Das Thema betrifft nicht nur professionelle Planer, sondern alle Menschen, da sie mit gebauter Umwelt konfrontiert sind. Auch die Verantwortung für die Qualität der gebauten Umwelt liegt nicht allein bei den Fachleuten, sondern ist eine gesamtgesellschaftliche.
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In den letzten Jahren wurde der Begriff „Baukultur“ vor allem im Zusammenhang mit der Initiative Architektur und Baukultur bekannt, die eine Hebung des Niveaus der Baukultur anstrebte. Angestrebtes Ergebnis des politischen Prozesses war die Einrichtung einer Bundesstiftung Baukultur (analog zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz). Das Gesetz zur Errichtung der Bundesstiftung Baukultur hat am 24. November 2006 den Bundesrat passiert und ist zum Jahreswechsel 2006 / 2007 in Kraft getreten. Am 21. September 2007 trafen sich in Potsdam zirka 400 Vertreter aller Disziplinen des Planens und Bauens zum Gründungskonvent der Stiftung. Mit dem Konvent hat die Bundesstiftung Baukultur ihre Arbeit aufgenommen.
Auch Österreich hat eine international beachtete Architekturpolitik. Seit 1992 gibt es in der Kunstsektion des Bundes eine eigene Abteilung für Architektur und Design, die sich für die Förderung zeitgenössischer Architektur einsetzt. Außerdem gibt es die Architekturstiftung, die von regionalen Architekturforen und Institutionen sowie von Vereinigungen der Architekten auf Bundesebene getragen wird. Sie ist eine Plattform für die regionalen Architekturhäuser. Eine weitere Einrichtung ist die Plattform für Architekturpolitik und Baukultur. Deren Mitglieder kommen aus den folgenden drei Säulen: Berufsvertretung/Interessensgemeinschaften, Ausbildung und Vermittlung. Ein großer Erfolg der Plattform ist der parlamentarische Beschluss zur Erstellung eines Baukulturreportes. Dieser wurde von der ARGE Baukulturreport koordiniert und am 9. Juli 2007 von der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, Claudia Schmied, der Öffentlichkeit präsentiert. Im Herbst 2007 wurde vom Parlament die Fortführung des Baukulturreportes in 5-jährigem Intervall beschlossen ebenso wie die Installierung eine Beirates für Baukultur im Bundeskanzleramt.
In vielen europäischen Ländern gibt es seit Jahren eine aktive nationale Architekturpolitik, die politische und gesetzliche Rahmenbedingungen schafft. Die Regierungen haben offenbar die Bedeutung der Baukultur realisiert und versuchen mit verschiedensten Mitteln, diese zu fördern und im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Einige Beispiele:
Auch auf gesamteuropäischer Ebene gibt es Bemühungen um die Baukultur: am 27. Oktober 2000 wurde während der französischen EU-Ratspräsidentschaft eine Resolution zur Qualität der Architektur verabschiedet.
Das European Forum for Architectural Policies entstand auf Initiative der finnischen und französischen Behörden im September 1999. Es stellt eine europäische Plattform dar, um im Architekturbereich arbeitende Fachleute und Institutionen zusammenzubringen und eine europäische Charta zur Architektur zu entwickeln. Zur Förderung der Baukultur auf europäischer Ebene ist folgendes vorgesehen:
Bislang fanden drei internationale Treffen mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt, zunächst in Paris am 10. und 11. Juli 2000, anschließend in Rom am 13. November 2000 und zuletzt in Stockholm am 15. und 16. Mai 2001.
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