30.49444444444447.823611111111Koordinaten: 30° 30′ N, 47° 49′ O
Basra (arabisch البصرة, DMG al-Baṣra) ist eine Stadt im Süden des Irak. Sie liegt am Schatt al-Arab circa 100 Kilometer entfernt von dessen Mündung in den Persischen Golf und ist die wichtigste Hafenstadt des Landes. Basra ist Hauptstadt der Provinz Basra und nicht zuletzt wegen der Erdölindustrie die bedeutendste Stadt im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Südirak.
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Mit 1.871.994 Einwohnern (Berechnung 2009) ist sie nach Bagdad und Mosul die drittgrößte Stadt des Irak. Nahezu 100% der Einwohner sind Araber. Über 99% der Einwohner sind Muslime und davon über 90% Schiiten und 9% Sunniten.
Basra liegt im Südirak am Persischen Golf an der Schatt al-Arab-Wasserstraße. Die Stadt bildet die Grenze zwischen dem Irak und Kuwait und ist 55 Kilometer vom Persischen Golf und 545 Kilometer von Bagdad entfernt. Die Stadt hat einen internationalen Flughafen.
Mit Durchschnittstemperaturen von +40°C im Sommer und +12°C im Winter ist die Gegend um Basra eine der heißesten der Welt.
Basra wurde 636 von Kalif Umar ibn al-Chattab als arabischer Militärstützpunkt und Handelsplatz gegründet. Die Araber benutzten den Stützpunkt, um von hier aus das Sassanidenreich zu bekämpfen. Der Stützpunkt ist heute noch außerhalb der Stadt in Form eines Hügels zu erkennen. Ein anderer arabischer General, Utba ibn Ghazwan, gründete sein Lager über der alten Sassaniden-Siedlung Vaheštābād Ardašīr, die von den einfallenden Arabern zerstört wurde. Der Name Basra stammt vermutlich vom arabischen Al-Basrah, was Das Überblickende oder Die alles Sehende bedeutet. Die Namensgebung zeigt die militärische Bedeutung für die Araber. Andere Quellen behaupten, dass das Wort vom persischen Bas-rāh oder Bassorāh abstammt, was Wo sich viele Wege treffen bedeutet.
Aus der Stadt Basra stammt der sehr einflussreiche und frühe Sufi Hasan al-Basri (642–728). Er wirkte vor allem in Bagdad, wo er seine asketische und fromme Sichtweise des Islam lehrte. In Basra wirkte auch Al-Hariri (1054-1122), ein arabischer Dichter und Grammatiker, der durch seine Makamen bekannt wurde.
Basra war ein florierendes Handelszentrum bis zur Besetzung durch das Osmanische Reich, danach büßte es an Bedeutung ein.
Im Ersten Weltkrieg wurde der Hafen durch die britischen Besatzer modernisiert, worauf Basra zur wichtigsten Hafenstadt des Iraks wurde. Im Zweiten Weltkrieg war Basra wichtiger Umschlagplatz für Unterstützungsgüter der Westalliierten an Russland. Am Ende des Krieges hatte Basra 93.000 Einwohner.
1964 wurde die Universität von Basra gegründet.
1977 erreichte die Bevölkerungszahl circa 1,5 Millionen Einwohner, fiel danach jedoch während des Ersten Golfkrieges zwischen dem Irak und dem Iran möglicherweise auf bis zu 400.000 Einwohner. Während dieses Krieges war Basra hart umkämpft, wurde mehrfach vom Iran beschossen, fiel aber nie in die Hände des Irans.
Im Zweiten Golfkrieg 1991 wurde Basra durch Luftangriffe der Alliierten erneut stark zerstört. [1]
Nach dem Krieg war Basra Zentrum der Revolte der südirakischen Bevölkerung gegen Saddam Hussein. Der Aufstand brach am 2. März 1991 aus und basierte auf dem Versprechen der Bush-Regierung, Saddam Hussein zu stürzen. Nachdem die Aufständischen aber keine Unterstützung von den Alliierten erhalten hatten, starben in Basra mindestens 3000 Menschen.
Im Dritten Golfkrieg 2003 war Basra erneut einer der wichtigsten Kriegsschauplätze. Britische Verbände halten seitdem die Stadt besetzt. Seit Beginn des Krieges, dem 1. Mai 2003, wurden 168 britische Soldaten im Kampf getötet (Stand August 2007). Anfang September 2007 gaben die britischen Streitkräfte ihren Stützpunkt im Palast von Basra auf und zogen sich zunächst zum Flughafen der Stadt zurück. Ende 2007 wurde Basra wieder den irakischen Behörden übergeben. Seitdem liefern sich Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muqtada as-Sadr und die irakischen Regierungstruppen heftige Kämpfe um den wichtigen Erdölhafen.
Die Gegend um Basra ist eine wichtige Erdölförderregion, die Stadt selbst beherbergt Erdölraffinerien (mit einer Kapazität von 140.000 Barrel pro Tag) und chemische Industrie. Die Erdölfelder um Basra verfügen über 64% der irakischen Erdölreserven. Gleichzeitig ist die Gegend um Basra eine fruchtbare Landwirtschaftsregion, es werden unter anderem Datteln, Reis, Mais, Gerste, Hirse und Weizen im Winter angebaut (der Sommer ist hierfür zu trocken und zu heiß).
Der Flughafen Basra liegt im Westen der Stadt.
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