Als Basismessung wird in der Geodäsie die terrestrische Messung von sehr genauen Distanzen zwischen hochrangigen Vermessungspunkten bezeichnet. Eine zweite Wortbedeutung ist die präzise optische Entfernungsmessung mit einer 2-Meter-Basislatte.
In der klassischen Landesvermessung des 19. und frühen 20.Jahrhunderts war die wichtigste Methode zur Messung geodätischer Netze die Triangulation (Winkelmessung mit Präzisions-Theodoliten). Die Entfernungsmessung war zu aufwendig und musste sich auf wenige „Basislinien“ von einigen Kilometern Länge beschränken.
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Diese Linien wurden im Flachland etabliert und zunächst mit Messketten, später mittels genau kalibrierter Invar-Drähten gemessen. Beim Basisapparat nach Jäderin waren die Drähte, deren Legierung nur einen minimalen thermischen Ausdehnungskoeffizient besitzen, jeweils 24 m lang. Sie wurden durch speziell eingeschulte Messtrupps horizontal ausgelegt, mit geeichten Spanngewichten gestreckt und an Messpflöcken übergreifend auf Zehntel Millimeter abgelesen. Die Genauigkeit solcher Basismessungen erreichte einige Millionstel (etwa cm auf 5 km Streckenlänge), dauerte aber pro Linie wochen- bis monatelang.
Die gemessene Strecke wurde durch ein Basiserweiterungsnetz aus immer länger werdenden Dreiecken auf die nächstgelegene Triangulations-Strecke des Netzes 1. Ordnung hochgerechnet und ergab so den Netzmaßstab des geodätischen Dreiecksnetzes.
Um 1800 entwickelten Carl Friedrich Gauß, Joseph Liesganig und andere Wissenschafter die Theorie der Erdmessung und es wurden Triangulationsnetze über weite Landstriche mit Dreieckslängen von 20 bis 50 km aufgespannt. Die Lagerung der Netze erfolgte zunächst in regionalen Fundamentalpunkten, später in Bundesländer-übergreifenden Projekten (in Deutschland Potsdam, in Österreich der Hermannskogel bei Wien). Den Netzmaßstab bestimmte man durch Basislinien in Abständen von etwa 200 bis 300 km. In Österreich-Ungarn lagen sie z. B. bei Wiener Neustadt (seit Maria Theresia „Wienerneustädter Basis“ genannt) im südlichen Wiener Becken, bei Josefstadt in Böhmen und bei Hall in Tirol.
Ausgehend von den so geschaffenen Triangulierungspunkten des Netzes 1. Ordnung (TP) wurden später lokale „Netzverdichtungen“ durchgeführt. Dazu etablierte der „Geometer“ bzw. „Ingenieurtopograf“ im lokalen Bereich (z. B. einer Gemeinde) ein geodätisches Netz, das unter Einbeziehung der schon berechnten TP 1. Ordnung gemessen und berechnet wurde. Dadurch entstanden weitere Triangulierungspunkte von untergeordneter Hierarchie (Netz 2. bis 4. oder 5. Ordnung), die bereits einen engen Raster von Festpunkten alle 1 bis 3 km bildeten. Ab den 1950er Jahren wurde dem zunehmenden Bedarf durch sogenannte Einschaltpunkte Rechnung getragen, die am Land dichter als 1 km lagen, in den Städten sogar bis herab auf 200 bis 300 Meter. Teilweise wurde hiefür die Methode der Luftbild-Fotogrammetrie eingesetzt.
Für kürzere Distanzen wurde (und wird teilweise bis heute) hingegen die optische Entfernungmessung eingesetzt. Dabei wird mit speziellen Theodoliten eine Messlatte angezielt und der zwischen zwei feinen Messstrichen sichtbare Lattenabschnitt mit dem Fakor 100 multipliziert. Auch Messungen mit der sogenannten Basislatte (eine horizontale, präzis gefertigte 2-m-Messlatte) wurden verwendet, waren aber auf Distanzen unter etwa 100 m beschränkt.
In den 1960er Jahren gelang die technische Entwicklung längerer Streckenmessungen mittels Radio-, Infrarot und Lichtwellen. Seit etwa 1980 wurde sie als Elektronische Distanzmessung zum Standardverfahren der Landesvermessung und der Ingenieurgeodäsie und heute zumeist schon einfacher als die klassische Winkelmessung. Außerdem kommen immer öfter auch GPS-Messungen zum Einsatz. Daher werden heute normalerweise geodätische Netze als kombinierte Netze angelegt.
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