Baracoa (1996: 50.000 Einwohner) ist eine Stadt in Ost-Kuba, in der Provinz Guantánamo. Sie wurde von Diego Velázquez im Jahre 1511 gegründet, dies macht Baracoa zur ältesten spanischen Ansiedlung auf der Insel. Da Baracoa bis 1960 nicht auf dem Landweg erreichbar war, hat es sich seinen kolonialen Charme bis heute bewahrt.
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Am 27. November 1492 landete Christoph Kolumbus in Bariay was etwas weiter nördlich als Baracoa liegt. Er schrieb in sein Logbuch: „... der schönste Platz auf der Welt ... Ich hörte die Vögel singen, dass sie diesen Platz für nichts verlassen würden ...“ (Zitat sinngemäß übersetzt). Er beschrieb außerdem El Yunque= Der Amboß, einen 559 m hohen Berg, ca. 6 Kilometer westlich der Stadt. Cristoph Kolumbus errichtete ein Kreuz, das Cruz de la Parra in der Bucht von Baracoa, dem Platz an welchem sich heute der Hafen befindet. Das Kreuz ist jetzt in der Catedral Nuestra Señora de la Asunción zu besichtigen. Zur Sicherung der Hafenbucht (Bahía de Miel) wurde später die kleine Fortaleza la Punta an der Spitze der Landzunge von Baracoa errichtet. Baracoa war zunächst Hauptstadt der spanischen Kolonie Hispaniola und hat bis heute den Charakter aus dieser Zeit erhalten. Noch heute werden die Straßen von säulenverzierten schindelgedeckte Häusern aus der Kolonialzeit gesäumt. Allerdings wurden viele von ihnen 2008 durch eine große Flutwelle beschädigt, die durch den Hurrikan Ike verursacht worden war.
Am gleichen Ort gründete Diego Velasquez 1512 eine Siedlung, welche bis 1515 die Hauptstadt von Kuba blieb. Der Gründung gingen Kämpfe mit dort lebenden Ureinwohnern voraus, die von Hatuey dem Häuptling der Taino angeführt wurden. Dieser war mit 400 Kämpfern vor Diego Velasquez aus Hispaniola übergesetzt und wollte die kubanischen Ureinwohner vor den grausamen Spaniern warnen. Nach der Niederlage seines Guerillakrieges wurde Hatuey am 2. Februar 1512 in Baracoa hingerichtet. Ein Denkmal vor der Kathedrale erinnert an diesen ersten Rebellen der Neuen Welt.
Baracoa blieb in den nachfolgenden Jahrhunderten isoliert und konnte nur auf dem Seeweg erreicht werden. Die Spanier errichteten deshalb zur Befestigung Baracoas die Fortaleza la Matachíne und ein Castillo auf der gegenüberliegende Seite der Bahía de Miel. Die erste Kirche Kubas ersetzte das Haus von Christopher Kolumbus an der heutigen Plaza de la Independencia. Später wurde an gleicher Stelle die Catedral Nuestra Señora de la Asunción gebaut.
Im 16. und 17 Jahrhundert diente Baracoa auch als Hafen für illegalen Handel mit Franzosen und Engländern. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts flohen enteignete Franzosen vor den Unabhängigkeitskämpfen aus Haiti und begannen in der Umgebung Kaffee und Kakao anzubauen.
Während des kubanischen Unabhängigkeitskrieges landeten im April 1895 die Helden José Martí und Maximo Gomez am Playitas Strand um gegen die Spanier zu kämpfen. Antonio Maceo landete kurz zuvor im zwei Kilometer nördlich gelegenen Duaba.
Nach der Revolution unter Führung von Fidel Castro 1959 wurde als nationales Projekt eine Verlängerung des Carretera Central von der Südküste über die Berge der Sierra del Purial nach Baracoa gebaut. Die zu Beginn der 1960er fertig gestellte La Farola war die erste Straßenverbindung mit dem Rest von Kuba.
Die Umgebung der Stadt ist geprägt von dichten Wäldern sowie Palmen-, Kakao-, Kaffee- und Bananenplantagen. Der Kakao wird in einer Schokoladenfabrik zu Schokolade der Marke Hatuey verarbeitet. Neben der Landwirtschaft gibt es begrenzte Fischerei mit kleinen Booten.
Der Tourismus ist in jüngerer Zeit zu einem wichtigen Wirtschaftszweig geworden. Die abgeschiedene Lage verhindert jedoch Massentourismus in der Stadt. Individualreisende mit Bus, Mietwagen oder Fahrrad bilden den größten Anteil der Besucher. Ausflügler aus der Touristenregion Rafael Freyre (Playa Guardalavaca) sind selten.
Baracoa ist auf dem Landweg von Süden über die gut ausgebaute La Farola und aus Nordwesten über eine auf kurzen Abschnitten unbefestigte aber gut befahrbare Landstraße nach Moa erreichbar. Der kleine Flughafen Gustavo Rizo bietet u.a. Inlandsflüge nach Havanna. Die staatlichen Busgesellschaften Viazul und Astro bieten u.a. direkte Fahrten nach Santiago de Cuba und Havanna am Busterminal nahe der Fortaleza la Punta an der Spitze der Landzunge von Baracoa an. Nach Moa verkehren einige wenige LKW die Passagiere befördern.
20.344444444444-74.495555555556Koordinaten: 20° 21′ N, 74° 30′ W
Baracoa | Caimanera | El Salvador | Guantánamo | Imías | Maisí | Manuel Tames | Niceto Pérez | San Antonio del Sur | Yateras
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