Bad Tennstedt


Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Tennstedt
Bad Tennstedt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Tennstedt hervorgehoben
51.15388888888910.837222222222172Koordinaten: 51° 9′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Unstrut-Hainich-Kreis
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Bad Tennstedt
Höhe: 172 m ü. NN
Fläche: 27,27 km²
Einwohner: 2583 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99955
Vorwahl: 036041
Kfz-Kennzeichen: UH
Gemeindeschlüssel: 16 0 64 004
Stadtgliederung: Verwaltungsgemeinschaft mit 13 Gemeinden
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
99955 Bad Tennstedt
Webpräsenz:
Bürgermeister: Jörg Klupak
Lage der Stadt Bad Tennstedt im Unstrut-Hainich-Kreis
Karte

Bad Tennstedt ist eine kleine Kurstadt im Unstrut-Hainich-Kreis im Norden Thüringens und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Bad Tennstedt, der weitere zwölf Gemeinden angehören.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Bad Tennstedt liegt im westlichen Teil des Thüringer Beckens etwa 20 km nordwestlich von Erfurt inmitten eines landwirtschaftlich geprägten Gebiets. In der Umgebung der Stadt gibt es einige schwefelhaltige Quellen, deren Wasser seit 1812 als Heilmittel im Kurbetrieb genutzt wird.

Geschichte

Erste urkundliche Erwähnung findet der Ort in einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 772, nach der das Gut von einem Geistlichen Alwahlah an das Kloster Fulda vermacht wird. Aus dem Jahr 775 ist eine Schenkungsurkunde Karls des Großen an das Kloster Hersfeld bezeugt. Seit dem 13. Jahrhundert verfügt Tennstedt über eine städtische Verfassung. 1419 erhielt die Vorstadt Osthöfen ebenfalls die Stadtrechte.

Tennstedt war vom 14. bis 17. Jahrhundert eine der fünf Waidstädte Thüringens, die das Recht hatten, mit Färberwaid zu handeln, der den wichtigen Farbstoff Indigo für die Textilproduktion lieferte.

1800 wurde in Tennstedt eine Salpeterhütte errichtet, 1828 eine Papierfabrik. 1811 verhalf die Entdeckung einer Schwefelquelle der Stadt zu bedeutendem Aufschwung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bad Tennstedt war im Mittelalter eine bedeutende Waid-, Ackerbürger- und Handelsstadt mit Handelswegen in Richtung Leipzig, Kassel und Frankfurt am Main an einer nördlichen Alternativroute zur Via regia. Einen Niedergang erlebte Tennstedt, ähnlich wie die Nachbarstädte Thamsbrück und Weißensee, vom 17. bis ins 19. Jahrhundert, als die Bedeutung der Landwirtschaft im Allgemeinen und des Waidanbaus im Speziellen zurückgingen und sich die Verkehrsströme verlagerten. So weist Bad Tennstedt heute noch im Wesentlichen das Stadtbild des 16. Jahrhunderts auf.

Im Stadtzentrum liegt der relativ große Dreiecksmarkt, den historische Handelswege in östlicher Richtung nach Weißensee und zwei in westlicher Richtung nach Bad Langensalza und Mühlhausen verlassen. In der Mitte des Marktplatzes liegt das stattliche Rathaus mit Turm von 1598. Im Südwesten der Stadt befindet sich ein Hügel, auf der die gotische Stadtkirche sowie die Fronveste stehen. Die Stadtkirche trug einst das Patronizium des heiligen Wigbert und ist heute der heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Teile des Chores stammen von 1418, der Rest entstand im Wesentlichen beim Wiederaufbau zwischen 1652 und 1659, nachdem die Kirche 1636 abgebrannt war. Mit ihren beiden gotischen Türmen mit barocken Hauben prägt sie das Stadtbild.

Die Fronveste liegt hinter der Kirche, von ihr sind ein Wehrturm und einige kleine Gebäude erhalten. Sie entstand um 1465 als Gefängnis und beherbergt heute das Stadtmuseum. Eine Wasserburg bestand östlich von Tennstedt, bis sie 1484 von der Stadt gekauft und als Steinbruch verwendet wurde. Umgeben ist die Stadt von einer Stadtmauer (entstanden zwischen 1443 und 1489 anstelle einer älteren Befestigung), von der Teile im Westen und Osten, einige Wehrtürme sowie das Osthöfer Tor erhalten sind. Das Osthöfer Tor von 1448 mit einem Dachaufbau von 1579 ist heute eines der Wahrzeichen Bad Tennstedts.

Östlich vor der Stadt lag die Vorstadt Osthöfen, die 1419 ebenfalls zur Stadt erhoben, jedoch niemals befestigt wurde. In diesem Bereich liegen zwei weitere Kirchen mittelalterlichen Ursprungs, zum einen die Nikolaikirche aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die heute als Friedhofskirche dient, zum anderen die Heiliggeistkirche, die zum mittelalterlichen Hospital der Stadt gehörte. Sie wurde 1506 erstmals urkundlich erwähnt und ist heute die katholische Pfarrkirche der Stadt.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Bürgerhäuser der Renaissance in der Altstadt sowie der Kurpark im Nordosten der Stadt mit verschiedenen Anlagen für Kaltwasserkuren.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Bad Tennstedt hat eine Städtepartnerschaft zu Bad Salzschlirf, die Verwaltungsgemeinschaft hat partnerschaftliche Kontakte nach Stromberg (Hunsrück), Bernkastel-Kues und Koźmin Wielkopolski.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Personen, die mit Tennstedt in Verbindung stehen

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik: Bevölkerung nach Gemeinden

Literatur

  • Hermann Wohlfarth: Tennstedt in Gegenwart und Vergangenheit - Chronik von den Anfängen bis 1899, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1899/2004, ISBN 978-3-936030-63-1
  • Willi Schirmer u. a.: 1180 Jahre Bad Tennstedt. Bad Tennstedt, Kulturbund, 1955.
  • Kurt Heinz: Bad Tennstedt - Die Geschichte der Kurstadt in Thüringen 1899-2006, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2007, ISBN 978-3-936030-36-5

Weblinks

Commons Commons: Bad Tennstedt – Bilder, Videos und Audiodateien






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