| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Bayern | ||||
| Regierungsbezirk: | Unterfranken | ||||
| Landkreis: | Bad Kissingen | ||||
| Höhe: | 220 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 69,42 km² | ||||
| Einwohner: | 21 650 (2. Jan. 2008) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 312 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 97688 | ||||
| Vorwahl: | 0971 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | KG | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 09 6 72 114
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| Stadtgliederung: | 9 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausplatz 1 97688 Bad Kissingen |
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| Webpräsenz: | |||||
| Oberbürgermeister: | Kay Blankenburg (SPD) | ||||
Bad Kissingen ist Große Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken und liegt an der Fränkischen Saale südlich der Rhön. Der weltberühmte Kurort ist bayerisches Staatsbad.
Inhaltsverzeichnis |
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801 erstmals urkundlich als chizzicha erwähnt, wurde der Ort vor allem durch seine Heilquellen, die bereits im Jahre 823 nachgewiesen wurden, bekannt. Im Jahre 1279 wurde Kissingen erstmals als „oppidum“ (Stadt) erwähnt. Der erste nachweisbare Kurgast wurde schon 1520 verzeichnet, im selben Jahrhundert festigte sich der Ruf als Heilort. Im 19. Jahrhundert avancierte Kissingen zum mondänen Badeort und wurde in der Regierungszeit Ludwigs I. von Bayern gezielt ausgebaut. Gekrönte Häupter wie Kaiserin Elisabeth von Österreich, Zar Alexander II. und König Ludwig II. von Bayern, der Kissingen am 24. April 1883 zum Bad erhob, führten in dieser Zeit die Gästelisten an (siehe: Liste bekannter Kurgäste in Bad Kissingen).
Im Mainfeldzug 1866 kam es am 10. Juli 1866 in der Schlacht bei Bad Kissingen zu einem verbissen geführten Gefecht zwischen bayerischen und preußischen Truppen. Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck besuchte Bad Kissingen mehrere Male zur Kur (siehe auch: Kissinger Diktat), 1874 entging er dort nur knapp einem Anschlag, den Eduard Franz Ludwig Kullmann auf ihn verübte. In Bismarcks damaliger Unterkunft, der Oberen Saline, befindet sich heute das Bismarck-Museum. Auch Künstler wie der Schriftsteller Leo Tolstoi und der Maler Adolph Menzel zählen zu den Besuchern.
Während der NS-Diktatur wurde die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der Promenadenstraße 1 beim Novemberpogrom 1938 zerstört, woran eine Gedenktafel erinnert. Auf dem Jüdischen Friedhof wird auf Grabsteinen der Opfer der Shoa gedacht. In der damaligen Wehrmachtskaserne, der heutigen US-amerikanischen Daley-Kaserne, verweigerte der katholische Pallotinerpater Franz Reinisch den Fahneneid auf Hitler und wurde daraufhin 1942 in Brandenburg-Görden ermordet, worauf eine Gedenktafel in der Kasernenkapelle hinweist.[1]
Im 20. Jahrhundert wandelte sich das Gästepotential der Kurstadt. Statt Adel und gehobenem Bürgertum besuchten immer mehr Sozialgäste die Stadt. Das Jahr 1945 blieb als einziges Jahr gänzlich ohne Kurbetrieb. Danach errichteten Sozialversicherungsträger in der Stadt Kliniken. In den neunziger Jahren, beginnend mit der Gesundheitsstrukturreform von 1996, führten Änderungen im Bereich der Gesundheitsgesetzgebung zu Arbeitsplatzverlusten. Die Zahl der Übernachtungen sank von 1,9 Millionen (1995) auf nur noch 1,4 Millionen (1997 und 1998) bei 140.000 Gästeankünften.
Nach Umwandlung der vormals staatlichen Kurverwaltung und des kommunalen Bäderbetriebs in die privatwirtschaftlich ausgerichtete Bayerisches Staatsbad Bad Kissingen GmbH gelang es, neue Gästepotenziale zu erschließen. Im Jahr 2003 zählte man als neuen Rekord 1,55 Millionen Übernachtungen bei knapp 190.000 Gästen, 2008 fiel der Wert wieder auf 1,48 Millionen Übernachtungen bei 220.000 Gästen. Nach den Ergebnissen mehrerer repräsentativer Emnid-Umfragen (jährlich seit 1999) darf sich Bad Kissingen „bekanntester Kurort Deutschlands“ nennen.
Mit der KissSalis-Therme hat Bad Kissingen seit Februar 2004 auch eine Heilbadelandschaft, deren Thermalwasser aus dem Schönbornsprudel gespeist wird.
Im Dezember 2004 wurde die DCFA (deutsch-chinesische Fußballakademie) in der Stadt gegründet. In der Akademie trainierte im Jahr 2005 das chinesische 08-Star-Team“, um sich auf die Olympischen Spiele 2008 in China vorzubereiten. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 logierte und trainierte das Team aus Ecuador mehrere Wochen in Bad Kissingen.
Der bis 2014 gewählte Bad Kissinger Stadtrat besteht aus
In Silber eine rote Torburg mit drei gezinnten Türmen, deren mittlerer blau behelmt und mit einem von Schwarz und Silber geteilten Schild belegt ist; darin eine abgeschnittene Greifenklaue in verwechselten Farben
Kissingen erhielt die Stadtrechte bereits während der Herrschaft der Grafen von Henneberg vor 1280. Es war seit 1234 in deren Besitz. Es sind keine Siegel für die Zeit vor dem 16. Jahrhundert bekannt. Das älteste bekannte Siegel zeigt bereits das heutige Wappen: Eine Torburg mit geschlossenem Tor und drei Türmen, der mittlere Turm belegt mit einem Schildchen mit dem Wappen einer Nebenlinie der Truchsesse von Henneberg. Zu dieser Zeit gehörte Kissingen bereits zum Hochstift Würzburg, zu dem es 1394 durch die Grafen Swantibor aus Pommern und die Burggrafen von Nürnberg gekommen war und bis zum Ende des alten Reichs 1803 verblieb. Einzelheiten der Wappendarstellungen änderten sich öfter im Verlauf der Jahrhunderte. Das Wappen der Truchsesse von Henneberg war ein schwarzer Hennenfuß auf goldenem Grund. Dieses Wappen führte die Stadt bis 1927. 1927 fügte das Hauptmünzamt München ohne Beschlussfassung der Stadt das ähnliche Wappen der Herren von der Kehre, einen von Schwarz und Silber geteilten Schild mit einem Hennenfuß in verwechselten Farben in das Stadtsiegel ein. Der Fehler wurde nicht bemerkt. Seit dieser Zeit führt die Stadt in dieser Form.
Wappenführung seit dem 16. Jahrhundert.
Aus dem kulturellen Angebot der Stadt ragt das Klassik-Musikfestival Kissinger Sommer mit Auftritten international bekannter Orchester und Solisten heraus. Das Gegenstück hierzu für den Winter stellt der Kissinger Winterzauber dar. Des weiteren zu erwähnen sei das Rákóczi-Fest. Dies ist das jährliche Stadtfest am letzten Juli-Wochenende, das zu Ehren all der historischen Prominenten abgehalten wird, deren Biografie im Zusammenhang mit Bad Kissingen steht. Höhepunkt ist der Festumzug am Sonntag Nachmittag. Das ganze Wochenende werden die historischen Persönlichkeiten von Bürgern der Stadt dargestellt und nehmen am städtischen Leben teil.
Baumeister Balthasar Neumann zeichnete 1738 die Gesamtansicht vom spätmittelalterlichen Kissingen mit einer dicken Stadtmauer und 14 Türmen auf einem Geviert von 240 mal 240 Metern. Von der Stadtmauer, die um 1350 errichtet wurde, sind noch der Feuerturm und die Mauer am Eisenstädter Platz zu sehen.
Zu den bedeutenden Gebäuden der Stadt gehört das Alte Rathaus, ein Renaissance-Bau aus dem Jahr 1577. Zwischen 1838 und 1913 entstanden rund um den heutigen Kurgarten der Arkadenbau von Friedrich von Gärtner und nach Plänen von Max Littmann die Wandelhalle und die Brunnenhalle. Ein weiteres Gebäude von Max Littmann ist der Regentenbau. Von ihm stammt auch das bereits 1905 fertiggestellte Jugendstil-Kurtheater. Das Bahnhofsgebäude mit seiner klassizisierten Neurenaissance-Fassade wurde 1874 unter der Leitung von Friedrich Bürklein fertiggestellt. Über der Stadt thront die um 1180 entstandene Burgruine Botenlauben im Stadtteil Reiterswiesen. Einen modernen Akzent setzt die 2004 eröffnete KissSalis-Therme. Diese ist eines der größten europäischen Wellnessbäder sowie das größte städtische Bauprojekt nach dem Zweiten Weltkrieg.
Weitere Anziehungspunkte sind das Luitpold-Spielcasino im Kurpark, seit 1880 als Nordflügel Teil des Luitpoldbades. Um 1900 war das inzwischen seit Ende der 1970er Jahre leerstehende Luitpoldbad mit seinen 236 Badekabinen das größte Bad Europas. Auch der Bismarckturm und der Wittelsbacher Turm sind bekannte Wahrzeichen der Kurstadt.
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Altes Rathaus (2007) |
Kurtheater (2007) |
Arkadenbau (2007) |
Luitpold-Spielcasino im Kurpark (2007) |
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Herz-Jesu-Kirche |
Russische Kirche |
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Rosengarten |
Blumenband im Rosengarten |
Die Fränkische Saale im Rosengarten |
Blumen-Enten im Rosengarten |
Bad Kissingen zeichnet sich durch eine große Anzahl von Sportvereinen und angebotenen Sportarten aus. Als höchstklassiger Fußballverein ist der 1. FC 06 Bad Kissingen in der Bezirksliga vertreten. Der Schützenverein Edelweiß Reiterswiesen tritt in der Bayernliga Luftpistole an.
In Bad Kissingen gibt es eine Vielzahl von Vereinen. Für die Jugend wird in Bad Kissingen die Jugendarbeit der Pfadfinder angeboten. Auch die KjG (Katholische junge Gemeinde) engagiert sich für die Gemeinde und die Jugend, besonders durch das jährlich stattfindende traditionsreiche Zeltlager zu Beginn der Sommerferien, das gemeinsam mit den Ministranten ausgerichtet wird.
Der Bahnhof Bad Kissingen liegt an der Fränkischen Saaletalbahn Gemünden am Main–Ebenhausen. Dort verkehren Züge der Erfurter Bahn, die über Ebenhausen hinaus bis Schweinfurt fahren. Mehrere Stadtbuslinien erschließen alle Stadtteile.
Durch das Stadtgebiet verlaufen die B 286 (Schweinfurt–Bad Brückenau) und die B 287 (Hammelburg–Münnerstadt). Die nächsten Autobahnen sind die A 7 (Kassel–Würzburg) und die A 71 (Erfurt–Schweinfurt).
In Bad Kissingen befindet sich eine Außenstelle des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung, bei der Arbeitsunfähigkeitsmeldungen und Rentenanträge auf ihre Berechtigung geprüft werden können
siehe: Liste der Ehrenbürger von Bad Kissingen
Nach positiver Entscheidung des Bad Kissinger Stadtrats vom 8. Oktober 2008, die internationale Aktion „Stolpersteine“ des Kölner Künstlers Gunter Demnig in Bad Kissingen zu unterstützen, formierte sich die Bürger-Initiative „Bad Kissinger Stolpersteine“. Auf deren Anregung wurden am 19. Juni 2009 die ersten Stolpersteine in der Kurstadt zur Erinnerung an Opfer des Nazi-Regimes vor deren letztem Wohnhaus oder deren letzter Wirkungsstätte im Bürgersteig verlegt.
| Name | Daten | Beruf | Todesursache | Standort |
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| Otto Goldstein | 1889 - 1933 | Kaufmann, Unternehmer, Stadtrat | Freitod nach Amtsenthebung | Rathausplatz 1 (vor dem Rathaus) |
| Hermann Holländer | 1878 - 1938 | Kaufmann, Unternehmer | Tod nach Misshandlung in „Schutzhaft“ | Maxstraße 24 |
| Lazarus Frank | 1862 - 1942 | Viehhändler, Offizier | Tod im KZ Theresienstadt | Erhardstraße 21 |
| Clara Frank, geb. Ansbacher | 1863 - 1936 | Hausfrau, DDP-Mitglied | Freitod | Erhardstraße 21 |
| Babette (Betti) Bauer, geb. Schloß |
1884 - 1942 | Haushälterin bei Familie Frank | Tod im KZ Izbica | Erhardstraße 21 |
| Solms Heymann | 1858 - 1944 | Kaufmann, Autor, Mitbegründer des SPD-Ortsvereins | Tod im KZ Theresienstadt | Marktplatz 2 |
| Adele Heymann, geb. Baum | 1866 - 1943 | Hausfrau | Tod im KZ Theresienstadt | Marktplatz 2 |
Aura a.d.Saale | Bad Bocklet | Bad Brückenau | Bad Kissingen | Burkardroth | Elfershausen | Euerdorf | Fuchsstadt | Geroda | Hammelburg | Maßbach | Motten | Münnerstadt | Nüdlingen | Oberleichtersbach | Oberthulba | Oerlenbach | Ramsthal | Rannungen | Riedenberg | Schondra | Sulzthal | Thundorf i.UFr. | Wartmannsroth | Wildflecken | Zeitlofs
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