Die ADAC 1000 km Nürburgring sind ein Langstrecken- bzw. Sportwagenrennen, das der ADAC von 1953 bis 1983 auf der Nordschleife des Nürburgrings veranstaltete. Ab 1984 fanden die Rennen auf der neuen Grand-Prix-Strecke statt. Die Initiatoren des Wettbewerbs waren der spätere ADAC-Präsident Hans Bretz, Paul von Guilleaume und Georg A. Heinemann. Vor den Umbauten der Rennstrecke waren 44 Runden von 22,810 km bzw. 1003,64 km zu fahren.
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Den ersten Lauf am 31. August 1953, der zur Sportwagen-Weltmeisterschaft gewertet wurde, gewannen Alberto Ascari/Giuseppe Farina auf Ferrari 375 MM (4,5 l) in 8:20:44 Stunden bzw. mit einem Durchschnitt von 120,268 km/h. Stewart/Salvadori (Jaguar) wurden Zweite vor den Deutschen Karl-Günther Bechem/Theo Helfrich/Adolf Brudes und dem Schweizer Franz-Eugen Hammernick auf Borgward RS, die die 44 Runden in 8:50:03 Stunden zurücklegten, gefolgt von Trenkel/Schlüter (Porsche), Seidel/Peters (Veritas) und Lawrence/Stewart (Jaguar). 51 Fahrzeuge nahmen mit einem Le-Mans-Start das Rennen auf. In den nächsten beiden Jahren fand kein 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring statt, bevor die ununterbrochene Serie von 1956 bis 1991 begann. 1955 wurde ein 500-km-Rennen ausgetragen. Das Rennen von 1956 gewannen Schell/Taruffi/Behra/Moss auf Maserati 300 S in 7:43:54,5 Stunden (129,8 km). Sieger der Rennsportwagenklasse bis 1500 cm³ und Vierte im Gesamtklassement wurden Wolfgang von Trips/Umberto Maglioli mit einem Porsche 550 RS in 8:01:45,9 Stunden (125,0 km/h).
1966 versuchte das ZDF erstmals Fernsehbilder aus einem fahrenden Rennauto zu übertragen und setzte einen Porsche 904 als Kamerawagen ein, den die Journalisten Paul Frère und Rainer Günzler steuerten. Trotz des großen Aufnahmegeräts, das rechts neben dem Fahrer angebracht war, erreichte der Wagen im Training eine Rundenzeit von 9:36 Minuten und einen Startplatz im Mittelfeld. Offenbar elektrische Störungen beeinträchtigten allerdings die Qualität der gesendeten Schwarz-Weiß-Bilder.
Sieger der 1000 km auf dem Nürburgring am 1. Juni 1966 wurden Phil Hill und Joakim Bonnier auf einem Chaparral mit 5,4-Liter-Motor und einem automatischen Zweiganggetriebe in der Zeit von 6:58:47,6 Stunden. Die schnellste Runde fuhr John Surtees im Ferrari 330 P3 mit 8:37 Minuten = 158,832 km/h.
Um die Geschwindigkeit vor Start und Ziel zu verringern und die Sicherheit zu erhöhen, wurde 1967 eine „Bremskurve“ eingebaut, die die Renndistanz auf 1004,74 km mit 91 Links- und 85 Rechtskurven erweiterte. Trotz dieser „Schikane“ siegten Joseph Siffert/Vic Elford 1968 auf Porsche 908 in der neuen Bestzeit von 6:34:06,3 Stunden, Durchschnitt 152,96 km/h.
1969 begann das 1000-km-Rennen erstmals mit einem sogenannten Indianapolisstart, bei dem die Teilnehmer hinter einem Führungsfahrzeug eine Einführungsrunde auf der Start-und-Ziel-Schleife fuhren und danach mit fliegendem Start das Rennen aufnahmen. Juan Manuel Fangio und Rennleiter Erwin Illg gaben gemeinsam das Rennen von 65 Wagen der unterschiedlichsten Kategorien frei. Porsche setzte zum ersten Mal den 917 ein, der den 8. Platz im Gesamtklassement belegte. Erste wurden Siffert/Redman mit einem Porsche 908 in 6:11:02,3 Stunden (162,5 km/h).
Nach der Ölkrise von 1973 war das 1000-km-Rennen 1974 auf 33 Runden bzw. 753,555 km begrenzt. Es siegten Jean-Pierre Jarier/Jean-Pierre Beltoise auf einem Matra-Simca 670 C in 4:07.24,1 Stunden (182,6 km/h) vor Rolf Stommelen/Carlos Reutemann auf Alfa Romeo 33 TT 12, die mit einer runde Rückstand Platz zwei belegten. Hans-Joachim Stuck im BMW 3,0 CSL fuhr in diesem Rennen, in dem Sportwagen, Spezial-Grand-Tourisme-Wagen und Spezialtourenwagen starteten, mit 8:12,8 Minuten (166,8 km/h) einen neuen Tourenwagenrundenrekord.
Das letzte 1000-km-Rennen auf der „klassischen“ Nordschleife fand am 30. Mai 1982 statt. Sieger nach 44 Runden wurden Michele Alboreto/Teo Fabi auf Lancia LC1 in 5:54:10,830 Stunden (170,208 km/h) vor Henri Pescarolo/Rolf Stommelen auf Rondeau M382C Ford. Die schnellste Runde fuhr Manfred Winkelhock in 7:23,870 Minuten (185,19 km/h).
Während des Baus der neuen Grand-Prix-Strecke stand 1983 die ehemalige Start-und-Ziel-Schleife sowie die Boxenanlage nicht mehr zur Verfügung. Deshalb wurde zwischen der Hohenrainkurve und dem Eingang zum Abschnitt Hatzenbach ein Verbindungsstück mit einer kurzen Boxengasse, Tankstelle und einer Tribüne (T13) angelegt. Die Streckenlänge wurde dabei von 22,835 km auf 20,832 km verkürzt. Das Rennen ging unverändert über 44 Runden, die jetzt nur noch 916,608 km entsprachen (48 Runden hätten mit 999,936 km fast genau der nominellen Distanz entsprochen).
Seit dem Vorjahr hatte sich der Porsche 956 zum Maß der Dinge in der neuen Gruppe C entwickelt. Der junge Werkspilot Stefan Bellof entschied den teaminternen Wettkampf um die für das Rennen relativ unwichtige Poleposition für sich und setzte mit 6:11,13 Minuten die Bestzeit. Im Rennen stellte Stefan Bellof mit 6:25,910 Minuten (194,33 km/h) auch den offiziellen Rundenrekord für diese Streckenvariante auf, verunglückte aber in der 19. Runde im Streckenabschnitt Pflanzgarten. Der Wagen hob ab und zerschellte an der Leitplanke; Bellof blieb unverletzt. Der zweite Werkswagen mit Jackie Ickx/Jochen Mass gewann in 5:26:34,630 Stunden (168,402 km/h) vor Bob Wollek/Stefan Johansson und Keke Rosberg/Jan Lammers/Jonathan Palmer auf privat eingesetzten Porsche 956. Nach einem schweren Unfall von Walter Brun war das Rennen unterbrochen und neu gestartet worden, was zur Verkürzung der Distanz auf 916 km führte.
Nach Eröffnung der Grand-Prix-Strecke am 12. Mai 1984 fand im Juli das erste 1000-km-Rennen auf diesem neuen, 4,542 km langen Kurs statt. Nach 207 Runden (940,194 km) siegten Derek Bell/Stefan Bellof auf Porsche 956. Dabei nahm zum ersten und einzigen Male auch der spätere Formel-1-Weltmeister Ayrton Senna am Steuer eines Porsche 956 an einem Gruppe-C-Rennen teil.
Nach 1991 gab es eine Pause, erst im Jahre 2000 wurden angesichts der starken deutschen Teams von BMW und Audi wieder 1000 km gefahren. Den Lauf im Rahmen der European Le Mans Series (ELMS), dem Gegenstück zur American Le Mans Series (ALMS), gewann jedoch im Regen der skurrile Frontmotor-Panoz LMP-1 von Jan Magnussen/David Brabham vor einem BMW V12 LMR, einem Audi R8 und dem zweiten Panoz.
Nach drei weiteren Jahren Pause ist das Rennen seit 2004 wieder fester Bestandteil des Jahresprogramms am Nürburgring und wird im Rahmen der Le Mans Endurance Series (LMES) ausgetragen.
Eine Besonderheit am 4. Juli 2004 war, dass das Rennen nicht zur traditionellen Startzeit am Sonntagmorgen oder Sonntagmittag, sondern am späten Samstagnachmittag um 16:00 Uhr begann und in den Abend hinein ausgetragen wurde. So kamen auch die Zuschauer in Deutschland in den seltenen Genuss eines Sportwagenrennens bei Nacht. Das Rennen war auf 195 Runden (1003,8 km) angesetzt, durch das wechselhafte Wetter reduzierten sich die Rundenzeiten. Mit dem Überschreiten der 6-Stunden-Marke wurde das Rennen nach 180 Runden abgewinkt, wodurch eine Sonderregelung des Serienorganisators ACOs Anwendung fand, die auch in den Folgejahren das Rennen vorzeitig beendete. Sieger wurden Pierre Kaffer/Allan McNish in 6:00.32,645 Stunden (154,2 km/h) vor Jamie Davis/Johnny Herbert.
Schwere Unfälle blieben auf der bis 1971 ungenügend gesicherten Nürburgring-Nordschleife nicht aus. 1964 verunglückten der Engländer Brian Hetreed (Aston Martin) und der Frankfurter Rudolf Wilhelm Moser (Porsche 904) im Training tödlich; der Sizilianer Vincenzo Arena, dessen AC Cobra in zwei Bäume einschlug, überlebte mit mehreren Knochenbrüchen. Beim 1000-km-Rennen 1965 kam der Luxemburger Honoré Wagner zu Tode, als sein Alfa Romeo einen Steilhang hinunterstürzte. 1970 verbrannte der Finne Hans Laine (24) in seinem Wagen, nachdem er während des Trainings im Abschnitt Antoniusbuche von der Strecke abgekommen war. Im gleichen Jahr weigerten sich die Formel-1-Fahrer, auf dem Nürburgring zu starten, woraufhin u. a. Leitplanken angebracht und die bisherigen sogenannten Schutzgräben durch ebene Randstreifen ersetzt wurden. Der erste tödliche Unfall eines Rennfahrers nach den Umbaumaßnahmen von 1970/71 ereignete sich 1975, als der Saarbrücker Walter Czadek beim Training zum 1000-km-Rennen durch einen geplatzten Reifen im Streckenabschnitt Antoniusbuche verunglückte. 1981 kam der Schweizer Herbert Müller zu Tode, nachdem er im Bereich Kesselchen mit seinem Porsche 908 Turbo auf einen am Streckenrand abgestellten Porsche 935 prallte. Die Strecke wurde durch das Feuer beschädigt, und das Rennen nach 17 Runden (388,2 km) abgebrochen.
| Jahr | Fahrer | Fahrzeug | Zeit | Rennserie |
|---|---|---|---|---|
| 1000 km Distanz | ||||
| 1953 | Flagge Italiens |
Ferrari 375MM Spyder | 8:20:44,000 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1954– 1955 |
kein Rennen | |||
| 1956 | Flagge Italiens Flagge Frankreichs |
Maserati 300S | 7:43:54,400 | Sportwagen-Weltmeisterschaft Deutsche Sportwagenmeisterschaft |
| 1957 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Aston Martin DBR1 | 7:33:38,200 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1958 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Aston Martin DBR1 | 7:23:33,000 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1959 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Aston Martin DBR1 | 7:33:18,000 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1960 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Maserati Tipo 61 | 7:31:40,500 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1961 | Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika |
Maserati Tipo 61 | 7:51:39,200 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1962 | Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika |
Ferrari Dino 246SP | 7:33:27,700 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1963 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Ferrari 250 P | 7:32:18,000 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1964 | Flagge Italiens |
Ferrari 275P | 7:08:27,000 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1965 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Ferrari 330 P2 | 6:53:05,400 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1966 | Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika |
Chaparral 2D-Chevrolet | 6:58:47,600 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1967 | Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika |
Porsche 910 | 6:54:12,900 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1968 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Porsche 908 | 6:34:06,300 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1969 | Flagge der Schweiz |
Porsche 908/02 | 6:11:02,300 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1970 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Porsche 908/03 | 6:05:21,200 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1971 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Porsche 908/03 | 5:51:49,300 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1972 | Flagge Schwedens |
Ferrari 312PB | 6:01:40,200 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1973 | Flagge Belgiens |
Ferrari 312PB | 5:36:53,400 | Sportwagen-Weltmeisterschaft Deutsche Rennsport-Meisterschaft |
| 1974 | Flagge Frankreichs |
Matra-Simca MS670 C | 4:07:24,100 (750 km) | Sportwagen-Weltmeisterschaft Deutsche Rennsport Meisterschaft |
| 1975 | Flagge Italiens |
Alfa Romeo 33TT12 | 5:41:14,100 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1976 | Flagge Deutschlands |
BMW 3.5 CSL | 6:38:20,600 (1073 km) | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1977 | Flagge Deutschlands Flagge der Niederlanden |
Porsche 935 | 5:58:30,500 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1978 | Flagge Deutschlands Flagge der Niederlanden |
Porsche 935/77 | 5:55:46,600 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1979 | Flagge von Liechtenstein Flagge des Vereinigten Königreichs |
Porsche 935/77 | 5:57:35,100 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1980 | Flagge Deutschlands |
Porsche 908/3 Turbo | 5:52:15,100 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1981 | Flagge Deutschlands |
BMW M1 Gr. 5 | 2:16:50,860 (nach 17 Runden abgebrochen) |
Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1982 | Flagge Italiens Flagge Italiens |
Lancia LC1 Spyder | 5:54:10,830 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1983 | Flagge Deutschlands |
Porsche 956 | 5:26:34,630 (916 km) | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1984 | Flagge Deutschlands |
Porsche 956 | 6:00:43,590 | Sportwagen-Weltmeisterschaft Deutsche Rennsport Meisterschaft |
| 1985 | kein Rennen | |||
| 1986 | Flagge Frankreichs |
Sauber C8-Mercedes | 3:42:30,020 (nach 600 km abgebrochen) |
Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1987 | Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika |
Jaguar XJR-8 | 5:55:53,120 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1988 | Flagge Frankreichs |
Sauber C9-Mercedes | 5:53:00,600 | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1989 | Flagge Frankreichs |
Sauber C9-Mercedes | 2:47:14,599 (480 km) | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1990 | Flagge Frankreichs |
Sauber C11-Mercedes | 2:39:15,913 (480 km) | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1991 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Jaguar XJR-14 | 2:23:41,028 (430 km) | Sportwagen-Weltmeisterschaft |
| 1992– 1999 |
kein Rennen | |||
| 2000 | Flagge Dänemarks |
Panoz LMP-1 | 5:45:55,173 | American Le Mans Series |
| 2001– 2003 |
kein Rennen | |||
| 2004 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Audi R8 | 6:00:32,645 (925 km) | Le Mans Endurance Series |
| 2005 | Flagge des Vereinigten Königreichs |
Zytek 04S | 6:01:06,739 (991 km) | Le Mans Endurance Series |
| 2006 | Flagge Frankreichs Flagge Frankreichs |
Pescarolo C60-Judd | 6:01:26,300 (971 km) | Le Mans Series |
| 2007 | Flagge Frankreichs |
Peugeot 908 HDi FAP | 6:01:13,628 | Le Mans Series |
| 2008 | Flagge Frankreichs |
Peugeot 908 HDI FAP | 5:44:58,174 | Le Mans Series |
| 2009 | Flagge Tschechiens Flagge Tschechiens |
Lola-Aston Martin LMP1 | 5:57:26,595 | Le Mans Series |
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